HELIS Module
Sinn und Zweck
Seit nunmehr drei
Jahren treffen wir uns regelmässig, um mit schönen Zügen auf einigen Gleisen
Fahrbetrieb zu machen. Dieses Rollmaterial wird auch gerne fotografiert und
auch sonst bewundert. Vor geraumer Zeit ist die Idee aufgekommen, diesen
Zügen einen schönen Hintergrund zu geben. Dazu eignen sich Module
sehr gut. Unsere Module sollen aber – im Gegensatz zu bekannten Modulen wie
Fremo oder Nord Modul – nicht hauptsächlich der Präsentation an öffentlichen
Anlässen dienen, sondern vielmehr eine schnell aufzubauende Fahrstrecke
ermöglichen. Die Module sollen besonders leicht und Platz sparend sein, und
innert kurzer Zeit gebaut werden können.
Anforderungen
Damit solche
Module auch universell eingesetzt werden können, sind einige
Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Als wichtigste gilt für unsere Zwecke,
dass die Module auch einzeln verwendet werden können, das heisst es soll
möglich sein, wie bisher die Gleise auf den Tischen weiterzuführen. Dadurch
sind wir in der Lage, auch mit wenigen Modulen einen sinnvollen Gleisaufbau
zu bewerkstelligen. Dies ist deshalb wichtig, da wir nicht im Voraus wissen,
wer an den Treffen teilnehmen kann und somit welche Module zum Aufbau zur
Verfügung stehen.
Vorschlag Modulnorm Helis-Modul (HMod)
Ich schlage
deshalb vor, eine „Modulnorm“ auszuarbeiten, welche speziell auf unsere
Bedürfnisse zugeschnitten ist. Folgende Punkte sind im Vorschlag
eingearbeitet worden:
 | Reduktion auf das absolut Notwendigste. |
 | Gleise: Märklin C-Gleis. Damit kann problemlos die
Strecke ohne Module auf den Tischen weitergeführt werden. |
 | Zweigleisige Strecke, Gleisabstand ausgelegt für
normale Weichen, d.h. 77.5 mm (Ausnahme: Bahnhofsmodule). Eckmodule mit R2
und R3. |
 | Ausgelegt werden die Module für
Gegenverkehr mit Linksverkehr, was bei der Platzierung der Signale
berücksichtigt werden soll. |
 | Voll-symmetrisch: Die Streckenmodule sollen mechanisch und
elektrisch in der X- und Y-Achse symmetrisch sein. Somit können die Module
auch um 180° gedreht eingebaut verwendet werden. Es braucht auch nur ein
Eckmodul-Typ, welcher sowohl für Innen- wie auch für Aussenbogen verwendet
werden kann. Die Symmetrie bedingt, dass die Kopfform gerade ist, das
heisst keinen Anstieg des Geländes nach hinten und die Gleise exakt mittig
angeordnet werden. |
 | Stapelbar: soweit möglich sollen mehrere Module
übereinander stapelbar sein. |
 | Verschiedene Längen sowie kleine Module, damit diese
auch problemlos in öffentlichen Verkehrmittel transportiert werden können.
Das kleinste Modul hat eine Grösse von 480 x 360 x 115 mm,
wobei der Hohlraum für den Transport von Rollmaterial genutzt werden kann.. |
 | Mechanische Verbindung:
 | Zwei Metallbuchsen mit Stiften dienen der
Positionierung |
 | Die Module werden mit zwei Flügelschrauben M6 und
Einpressmuttern verschraubt, wobei auf die Kopfplatte gesehen jeweils
die linke Verbindung eine Einpressmutter besitzt, die rechte ein
Durchgangsloch Ø 7mm, innen mit einer aufgeklebten Unterlagscheibe
verstärkt, für die Schraube. |
|
Modulbau
Die Module werden
möglichst leicht gebaut. Verwendet wird Sperrholz mit 8 mm Dicke für den
Rahmen. Die meisten Module werden mit einer Platte aus 6 mm Sperrholz
versehen, daneben kann auch nur ein einzelnes Trassebrett von 140 mm Breite
verwendet werden, wobei in diesem Fall auf ausreichende Stabilität geachtet
werden muss. Die Rahmenhöhe beträgt 100 mm. Die Kopfform ist gemäss
Zeichnung (x) auszuführen.
Die drei
Bananenbuchsen werden auf einer runden Holzscheibe schwimmend befestigt.
Damit können Abweichungen in den Massen in gewissen Grenzen (± 1 mm, ± 5°)
kompensiert werden.
Die Gleise werden
an den Enden nicht beschnitten. Das letzte Gleis, welches mit Sicht
auf das Kopfstück links liegt, wird am Ende angeschraubt. Das rechte Gleis
wird am Übergang zum nächsten Gleis innen befestigt und ist somit leicht
„drehbar“. Damit ist eine sichere Verbindung zum nachfolgenden Modul
gegeben.

Damit die Module
aufeinander gestapelt werden können, werden in den Kopfplatten unten
Ausschnitte für die beiden Gleise vorgesehen. Die vier Ecken müssen zum
stapeln auf einer Fläche von etwa 50 x 50 mm frei von Aufbauten, Bäumen und
ähnlichem gehalten werden, was nebenbei auch Transportschäden vermindert.

Hier ein Beispiel mit zwei Modulen übereinander gestapelt. Das untere
Modul hat einige zerbrechliche Bauten (Brücke), welche durch das obere Modul
– ein einfach gehaltenes Streckenmodul mit Acker, zur besseren Illustration
gebrochen dargestellt - gut geschützt sind. Die Gesamthöhe beträgt lediglich
222 mm.
Die Rahmen werden
ringsum braun bemalt (RAL 8011).
Gestaltung
In der Gestaltung
der Module ist der Erbauer frei. Es können sowohl ländliche wie auch
städtische Szenen nachgebildet werden. Die einfachsten Module werden nur die
zweigleisige Strecke und etwas Ackerland darstellen. Andere Module können
Brücken und Bäche darstellen. Es soll aber immer darauf geachtet werden,
dass keine Landschaftselemente wie Bäche, Seen, Strassen und ähnliches auf
eine Kopfseite enden. Solche Elemente sollten also quer zur Streckenführung
angeordnet sein. Hier ergeben sich auch gute Gestaltungsmöglichkeiten in
Form von Brücken, Tunnels, Bahnübergänge und dergleichen.

Beispiel für ein Streckenmodul (NM) mit Brücke über
einen Fluss (vereinfachte Darstellung).
Als Jahreszeit
wird der Sommer definiert, wobei hier Abweichungen möglich sind. Also wenn
jemand eine Winterlandschaft darstellen möchte, ist dies auch willkommen.
Beischottern der Gleise ist nicht nötig, kann aber gemacht werden.
Elektroinstallation und Verkabelung
Wie oben
beschrieben werden nur drei Leitungen durch alle Module gezogen. Diese
werden mit 2.5 mm2 durchgehend verkabelt und können mit starren,
isolierten Drähten erfolgen. Die Leitungen sollen nicht aufgetrennt werden.
Stattdessen kann eine dreiteilige Lüsterklemme 4 mm2 über die
Drähte gezogen werden und von diesen eine Abzeigung dazu geklemmt werden.
Jedes Streckenmodul hat eine Einspeisung zu beiden Gleisen, bei
Bahnhofsmodulen wird nach Bedarf eingespeist.
Es empfiehlt
sich, die Beleuchtung über Resettables mit maximal 2 Ampere Auslösestrom
anzuschliessen.
Die Verkabelung
soll übersichtlich ausgeführt werden, hängende Leitungen sind unbedingt zu
vermeiden. Maximal sollte pro 100 mm Strecke nicht mehr als 100 mA
Lichtstrom benutzt werden.
Wird in
Ausnahmefällen ein eigener Lichttrafo eingesetzt, so wird dieser einseitig
mit der Masse verbunden. Der andere Sekundäranschluss darf auf keinen Fall
mit der Lichtstrom-Leitung verbunden werden. Diese wird dann nicht benutzt,
aber gerade durch das Modul durchgeführt.
Es können Signale
eingesetzt werden, wahlweise mit oder ohne Zugbeeinflussung.
Wird eine
Oberleitung montiert (nicht empfehlenswert), ist beidseitig für einen
abnehmbaren Einlauf für den Pantografen zu sorgen. Die Oberleitung wird
elektrisch nicht angeschlossen.
Werden Weichen
eingesetzt, müssen diese entweder nur manuell oder manuell und
elektrisch bedient werden können. Elektrische Weichen müssen einen MM2
Format tauglichen Weichendecoder besitzen. Die Decoderadressen werden
zentral verwaltet.
Verschiedenes
Ziel ist es,
einen möglichst grossen Bestand an Modulen zu erzeugen. Alle Module sollen
zentral registriert werden mit eindeutiger Nummer, Typ des Moduls, Erbauer,
Besitzer, Decoderadressen und weiteres.
Rainer Lüssi