26.07.2008


   

 Helis Module


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HELIS Module

Sinn und Zweck

Seit nunmehr drei Jahren treffen wir uns regelmässig, um mit schönen Zügen auf einigen Gleisen Fahrbetrieb zu machen. Dieses Rollmaterial wird auch gerne fotografiert und auch sonst bewundert. Vor geraumer Zeit ist die Idee aufgekommen, diesen Zügen einen schönen Hintergrund zu geben. Dazu eignen sich Module sehr gut. Unsere Module sollen aber – im Gegensatz zu bekannten Modulen wie Fremo oder Nord Modul – nicht hauptsächlich der Präsentation an öffentlichen Anlässen dienen, sondern vielmehr eine schnell aufzubauende Fahrstrecke ermöglichen. Die Module sollen besonders leicht und Platz sparend sein, und innert kurzer Zeit gebaut werden können.

Anforderungen

Damit solche Module auch universell eingesetzt werden können, sind einige Grundvoraussetzungen zu erfüllen. Als wichtigste gilt für unsere Zwecke, dass die Module auch einzeln verwendet werden können, das heisst es soll möglich sein, wie bisher die Gleise auf den Tischen weiterzuführen. Dadurch sind wir in der Lage, auch mit wenigen Modulen einen sinnvollen Gleisaufbau zu bewerkstelligen. Dies ist deshalb wichtig, da wir nicht im Voraus wissen, wer an den Treffen teilnehmen kann und somit welche Module zum Aufbau zur Verfügung stehen.

Vorschlag Modulnorm Helis-Modul (HMod)

Ich schlage deshalb vor, eine „Modulnorm“ auszuarbeiten, welche speziell auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist. Folgende Punkte sind im Vorschlag eingearbeitet worden:

bulletReduktion auf das absolut Notwendigste.
bulletGleise: Märklin C-Gleis. Damit kann problemlos die Strecke ohne Module auf den Tischen weitergeführt werden.
bulletZweigleisige Strecke, Gleisabstand ausgelegt für normale Weichen, d.h. 77.5 mm (Ausnahme: Bahnhofsmodule). Eckmodule mit R2 und R3.
bulletAusgelegt werden die Module für Gegenverkehr mit Linksverkehr, was bei der Platzierung der Signale berücksichtigt werden soll.
bulletVoll-symmetrisch: Die Streckenmodule sollen mechanisch und elektrisch in der X- und Y-Achse symmetrisch sein. Somit können die Module auch um 180° gedreht eingebaut verwendet werden. Es braucht auch nur ein Eckmodul-Typ, welcher sowohl für Innen- wie auch für Aussenbogen verwendet werden kann. Die Symmetrie bedingt, dass die Kopfform gerade ist, das heisst keinen Anstieg des Geländes nach hinten und die Gleise exakt mittig angeordnet werden.
bulletStapelbar: soweit möglich sollen mehrere Module übereinander stapelbar sein.
bulletVerschiedene Längen sowie kleine Module, damit diese auch problemlos in öffentlichen Verkehrmittel transportiert werden können. Das kleinste Modul hat eine Grösse von 480 x 360 x 115 mm, wobei der Hohlraum für den Transport von Rollmaterial genutzt werden kann..
bulletMechanische Verbindung:
bulletZwei Metallbuchsen mit Stiften dienen der Positionierung
bulletDie Module werden mit zwei Flügelschrauben M6 und Einpressmuttern verschraubt, wobei auf die Kopfplatte gesehen jeweils die linke Verbindung eine Einpressmutter besitzt, die rechte ein Durchgangsloch Ø 7mm, innen mit einer aufgeklebten Unterlagscheibe verstärkt, für die Schraube.
bulletElektrische Verbindung:
bulletEs werden nur drei Leitungen durch alle Module gezogen: Masse (gemeinsam), Bahnstrom (Digitalsignal) und Lichtstrom (Wechselspannung 18V). Alle Funktionsgleise (Weichen, Decoder u. a.) werden von diesen drei Leitungen gespiesen. Muss bei einem Modul eine andere Spannung verwendet werden, soll diese aus dem Bahnstrom- oder Lichtstrom-Stromkreis mit einem AC/DC Wandler, Gleichrichter oder ähnlichem erzeugt werden. Nur bei grossen Modulen oder in Spezialfällen soll eine eigene Stromversorgung verwendet werden.
bulletDie Verbindung wird an beiden Enden mit drei Bananenbuchsen erstellt, welche untereinander angeordnet sind (rt, sw, ge). Die Verbindung der Buchsen zwischen zwei Modulen erfolgt mit doppelseitigen Steckern 4 mm. Dies hat gleich mehrere Vorteile. Einerseits haben die Module keine vorstehenden Stifte oder herunterhängende Kabel, welche beim Transport beschädigt werden könnten. Die elektrischen Übergänge sind beidseitig gleich ausgeführt, jedes Modul kann somit um 180° gedreht eingesetzt werden. Einzelne Module können auch problemlos fremd eingespeist werden, indem die entsprechenden Doppelstecker beidseitig des Moduls weggelassen werden.
bulletAufstellung: Die Module besitzen in den Ecken quadratische Führungen, in welchen einfache vierkant Hölzer als Beine eingesteckt werden können. Normale Streckenmodule werden normalerweise mit zwei Beinen ausgerüstet. Die Beine haben unten eine senkrechte Bohrung und eine M8 Einpressmutter. Darin werden die Füsse eingeschraubt, und sind somit in der Höhe um etwa plus/minus 25mm einstellbar. Die mittlere Höhe wird den Tischen angepasst.
 

Beispiel einiger Module: Halbmodul, 2 x Normalmodul, Bahnhofsmodul aus drei Segmenten à 720 mm, Normalmodul, Eckmodul, Normalmodul.

Modultypen

Damit die Module gut transportabel sind, wird eine Breite von 480 mm gewählt.

Ausgehend von der Geometrie des C-Gleises und einem Parallelgleisabstand von 77.5 mm werden die Module in folgenden Längen gebaut:

bulletNormales Streckenmodul (NM): 720 mm.
Dies entspricht 2 x 24172 und 2 x 24188.
bulletHalbes Streckenmodul (HM): 360 mm. Entspricht je ein 24172 und 24188.
bulletGrosses Streckenmodul (GM): Entspricht 1.5 x dem Normalmodul, also 1080 mm, was 3 x 24172 und 3 x 24188 entspricht.
bulletEckmodul (EM): Es werden die Radien R2 und R3 verwendet. Daraus ergibt sich eine Modulgrösse von 716 x 716 mm.
bulletBahnhofsmodul (BM): Diese werden individuell - meist in einzelnen Segmenten - aufgebaut, wobei die Gesamtlänge einem Vielfachen von 360 mm entsprechen muss. Das Bahnhofsmodul kann breiter ausgeführt werden, als ein Streckenmodul. In diesem Fall wird einseitig verbreitert, damit die gesamte Strecke an der Wand entlang angeordnet werden kann.

Modulbau

Die Module werden möglichst leicht gebaut. Verwendet wird Sperrholz mit 8 mm Dicke für den Rahmen. Die meisten Module werden mit einer Platte aus 6 mm Sperrholz versehen, daneben kann auch nur ein einzelnes Trassebrett von 140 mm Breite verwendet werden, wobei in diesem Fall auf ausreichende Stabilität geachtet werden muss. Die Rahmenhöhe beträgt 100 mm. Die Kopfform ist gemäss Zeichnung (x) auszuführen.

Die drei Bananenbuchsen werden auf einer runden Holzscheibe schwimmend befestigt. Damit können Abweichungen in den Massen in gewissen Grenzen (± 1 mm, ± 5°) kompensiert werden.

Die Gleise werden an den Enden nicht beschnitten. Das letzte Gleis, welches mit Sicht auf das Kopfstück links liegt, wird am Ende angeschraubt. Das rechte Gleis wird am Übergang zum nächsten Gleis innen befestigt und ist somit leicht „drehbar“. Damit ist eine sichere Verbindung zum nachfolgenden Modul gegeben.

Damit die Module aufeinander gestapelt werden können, werden in den Kopfplatten unten Ausschnitte für die beiden Gleise vorgesehen. Die vier Ecken müssen zum stapeln auf einer Fläche von etwa 50 x 50 mm frei von Aufbauten, Bäumen und ähnlichem gehalten werden, was nebenbei auch Transportschäden vermindert.


Hier ein Beispiel mit zwei Modulen übereinander gestapelt. Das untere Modul hat einige zerbrechliche Bauten (Brücke), welche durch das obere Modul – ein einfach gehaltenes Streckenmodul mit Acker, zur besseren Illustration gebrochen dargestellt - gut geschützt sind. Die Gesamthöhe beträgt lediglich 222 mm.

Die Rahmen werden ringsum braun bemalt (RAL 8011).

Gestaltung

In der Gestaltung der Module ist der Erbauer frei. Es können sowohl ländliche wie auch städtische Szenen nachgebildet werden. Die einfachsten Module werden nur die zweigleisige Strecke und etwas Ackerland darstellen. Andere Module können Brücken und Bäche darstellen. Es soll aber immer darauf geachtet werden, dass keine Landschaftselemente wie Bäche, Seen, Strassen und ähnliches auf eine Kopfseite enden. Solche Elemente sollten also quer zur Streckenführung angeordnet sein. Hier ergeben sich auch gute Gestaltungsmöglichkeiten in Form von Brücken, Tunnels, Bahnübergänge und dergleichen.

Beispiel für ein Streckenmodul (NM) mit Brücke über einen Fluss (vereinfachte Darstellung).

Als Jahreszeit wird der Sommer definiert, wobei hier Abweichungen möglich sind. Also wenn jemand eine Winterlandschaft darstellen möchte, ist dies auch willkommen. Beischottern der Gleise ist nicht nötig, kann aber gemacht werden.

Elektroinstallation und Verkabelung

Wie oben beschrieben werden nur drei Leitungen durch alle Module gezogen. Diese werden mit 2.5 mm2 durchgehend verkabelt und können mit starren, isolierten Drähten erfolgen. Die Leitungen sollen nicht aufgetrennt werden. Stattdessen kann eine dreiteilige Lüsterklemme 4 mm2 über die Drähte gezogen werden und von diesen eine Abzeigung dazu geklemmt werden. Jedes Streckenmodul hat eine Einspeisung zu beiden Gleisen, bei Bahnhofsmodulen wird nach Bedarf eingespeist.

Es empfiehlt sich, die Beleuchtung über Resettables mit maximal 2 Ampere Auslösestrom anzuschliessen.

Die Verkabelung soll übersichtlich ausgeführt werden, hängende Leitungen sind unbedingt zu vermeiden. Maximal sollte pro 100 mm Strecke nicht mehr als 100 mA Lichtstrom benutzt werden.

Wird in Ausnahmefällen ein eigener Lichttrafo eingesetzt, so wird dieser einseitig mit der Masse verbunden. Der andere Sekundäranschluss darf auf keinen Fall mit der Lichtstrom-Leitung verbunden werden. Diese wird dann nicht benutzt, aber gerade durch das Modul durchgeführt.

Es können Signale eingesetzt werden, wahlweise mit oder ohne Zugbeeinflussung.

Wird eine Oberleitung montiert (nicht empfehlenswert), ist beidseitig für einen abnehmbaren Einlauf für den Pantografen zu sorgen. Die Oberleitung wird elektrisch nicht angeschlossen.

Werden Weichen eingesetzt, müssen diese entweder nur manuell oder manuell und elektrisch bedient werden können. Elektrische Weichen müssen einen MM2 Format tauglichen Weichendecoder besitzen. Die Decoderadressen werden zentral verwaltet.

Verschiedenes

Ziel ist es, einen möglichst grossen Bestand an Modulen zu erzeugen. Alle Module sollen zentral registriert werden mit eindeutiger Nummer, Typ des Moduls, Erbauer, Besitzer, Decoderadressen und weiteres.

Rainer Lüssi

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27.08.2007
26.07.2008

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