07.06.2016



   

 Reparaturen


 Nach oben
 Lok Umbauten
 Elektrik
 Decoder
 Motoren
 Dampfgeneratoren
 Basteln
 Hilfsmittel
 Wartung
 Gleisreinigung
 Reparaturen
 

Wenn doch alles immer funktionieren würde...

Kein Problem: Wenn's kaputt geht, dann reparieren wir's eben!

Hier zeige ich einige Teile, welche mit mehr oder weniger grossem Aufwand repariert werden können, sowie eine Beschreibung, wie ich dabei vorgegangen bin.

Mobile Station: Drehregler prellt

Die Mobile Station ist ein gelungenes Gerät speziell für den Einsteiger. Aber auch für so genannte "Teppichbahner" oder als Ergänzung zur Central Station lässt sich das Gerät hervorragend einsetzen. Leider sind die verwendeten Komponenten etwas billig. Speziell der Drehregler neigt nach kurzer Zeit zum prellen. Das wirkt sich so aus, dass beim hochdrehen (Beschleunigen) der Geschwindigkeitsbalken in der Anzeige immer wieder "unten" anfängt, die Lok also immer wieder abgebremst und beschleunigt wird. Auch die Auswahl aus dem Menü wird so zum Geduldspiel.

Der verwendete Drehimpulsgeber ist nichts spezielles und wird heute in vielen Geräten eingesetzt. Ich habe einen Ersatz bei der Firma Distrelec (Artikel Nummer 21 14 65) beschafft (Deutschland: Firma Schuricht).

Die vier Torx-Schrauben des Bodens werden herausgedreht und der Boden entfernt. Der Drehimpulsgeber ist mittels einer Flexprint mit der Leiterplatte verbunden. Der dunkelbraune Bügel der Steckers wird zum lösen ca. 2mm herausgezogen, der Flexprint kann nun herausgenommen werden. Der Drehimpulsgeber selbst kann herausgedreht werden.

Der neue Drehgeber muss noch etwas bearbeitet werden: Die Achse wird gekürzt und noch ein Stück weiter flach gefräst (kann auch gefeilt werden). Zudem muss beim hier verwendeten Teil der Kunststoff-Absatz weggeschliffen werden, damit der Drehgeber ganz in das Loch hineingedrückt werden kann. Andernfalls lässt sich das Gehäuse nicht mehr korrekt schliessen.

Der Flexprint wird vom alten Drehgeber ab- und am neuen angelötet. Vor Einsetzen des ins Gehäuseloch habe ich das Gewinde mit einem Stück Isolierband umwickelt, da es sonst nicht hält.

Mit dem neuen Drehimpulsregler lässt sich die MS nun präzise bedienen. Es ist absolut kein Prellen mehr vorhanden. Das neue Teil rastet spürbar stärker, was mir persönlich besser gefällt. Auch die Betätigung als Druckknopf braucht eine grössere Kraft, Fehlmanipulationen treten deshalb auch nicht mehr auf.

Mit ca. 15.- CHF bzw. 10.- € ist der Drehimpulsgeber recht teuer, vor allem wenn man bedenkt, das die MS aus "geschlachteten" Startpackungen für nicht wesentlich mehr erhältlich ist. Dafür hat man ein sehr präzis arbeitendes Gerät, welches wirklich Freude macht.

Licht an Märklin BR 185 funktioniert nicht

Die Hobby-Loks der Serie BR 185 / Re 482 und andere baugleiche Ausführungen wie die Looney Tunes sind sehr beliebt, nicht zuletzt dank des recht günstigen Preises.

Bei dieser wunderschönen Lok hat auf einer Seite das Licht schon ab Werk nicht funktioniert.
Natürlich kann man die Lok zurück an den Hersteller zur Reparatur senden, schneller ist die Reparatur gleich selber auszuführen.

Bei den ersten Serien gab es Probleme mit der Beleuchtung: bei Aufsetzen des Gehäuses konnte es passieren, dass eine Leuchtdiode durch den Lichtleiter am Gehäuse weggerissen wurde. Da alle Leuchtdioden einer Seite in Serie geschaltet sind, leuchtet auf dieser Seite dann keine Lampe mehr.

Die neueren Serien besitzen ein schwarzes Plastikteil, welches über die Leuchtdioden gesteckt ist und diese vor Beschädigung schützt. Trotzdem kann es zu Problemen kommen.

Bei meiner neu gelieferten BR 185 Railion leuchtete auf einer Seite keine Lampe.

Bei genauer Betrachtung sieht man einen Haarriss in der Leiterplatte.
Dies kommt davon, dass die Leiterplatte nicht für so enge Biegeradien gedacht ist. Meiner Meinung nach ist die Leiterplatte aus zu dickem Material hergestellt.
Die Reparatur dauert nur wenige Sekunden.
Zuerst muss die Lötstoppmaske mit einem scharfen Messer weggekratzt werden.
Anschliessend wird mit wenig Lötzinn der Haarriss "zugelötet".
Seither leuchten beide Seiten ohne Probleme.

 

Control Unit 6021

Warnungen:

bulletDie CU 6021 ist empfindlich auf elektrostatische Entladungen. Öffnen Sie das Gehäuse nur dann, wenn Sie über einen ESD sicheren Arbeitsplatz verfügen.
bulletDie Verbindungen von der Hauptplatine zum Bedienteil erfolgt über ein vieladriges Flachbandkabel. Dieses ist relativ steif und nicht dafür ausgelegt, mehrfach gebogen zu werden. Hier ist besondere Vorsicht geboten, da ansonsten die Verbindungen einzelner Drähte brechen können (meist direkt an einem der Leiterplatten).
bulletEine Reparatur der CU 6021 sollte nur vor einer in der Elektronik kundigen Person durchgeführt werden. Es besteht die Gefahr einer kompletten Zerstörung der CU 6021 bei unsachgemässem Eingriff!

Manchmal ist es unerklärlich, aus welchem Grund ein Gerät "aussteigt". Bei mir war das bei meiner CU 6021 der Fall. Mitten im Fahrbetrieb, und ohne das ein Kurzschluss auftrat, schaltete sich der Trafo aus. Na ja, wird wohl ein Wagen entgleist sein, dachte ich mir. Bei näherer Überprüfung stellte sich heraus, das alle Wagen ordentlich auf den Gleisen standen. Also die ganze Anlage für eine Minute aus- und danach wieder eingeschaltet. Der Trafo schaltete sich sofort wieder aus. Jetzt hilft nur eins: Trafo und Control Unit von der Anlage trennen und nochmals einschalten. Sofort schaltet sich der Trafo wieder aus, obwohl jetzt nur die CU angeschlossen war. Jetzt ist es klar: die CU ist defekt.

Eine neue CU ist ja nicht gerade billig. Ich habe eine zweite aus einem Starterset, und mit dieser lief die Anlage wieder problemlos. Trotzdem, eine zweite CU hat mir immer gute Dienste geleistet, bei Tests, Teppichanlagen (siehe Tag der langen Züge 2) und andere Gelegenheiten. Die CU beim Hersteller reparieren lassen? Ja, das wäre sicher eine Lösung. Nun hat es mich aber gereizt, eine CU einmal von innen anzuschauen, und da die Garantie schon lange abgelaufen war, habe ich mich entschlossen, selber Hand anzulegen.

Das Öffnen der Control Unit

Das erste Problem war, das Gehäuse zu öffnen. Lediglich der Kühlkörper ist geschraubt, sonst sind keine Schraubverbindungen sichtbar. Die Lösung: Je zwei Kunststoffnieten sind auf der linken und rechten Gehäuseseite eingepresst. Da diese mit keinem Werkzeug greifbar sind, habe ich eine spitze Holzschraube hineingeschraubt und die Schraube zusammen mit der Niete herausgezogen.

Hier sind die beiden rechten Kunststoffnieten zu sehen. Diese halten die beiden Gehäuseteile zusammen. Um die Nieten zu entfernen muss man eine spitze Schraube eindrehen. Eventuell muss vorher dazu ein kleines Loch (2mm) in die Niete gebohrt werden.
Hier die kleinen Kunststoffnieten.

Da der Trafo sofort ausschaltete, ist mit einem Defekt im Hauptstromkreis zu rechnen. Am wahrscheinlichsten sind dabei die beiden Endtransistoren. Ich habe schon öfter davon gehört, dass diese ausfallen. Also tippte ich gleich auf diese beiden. Die beiden Endtransistoren sind mit einem weiteren Transistor auf dem Kühlkörper geschraubt. Leider sind die Schrauben durch eine kleine Platine verdeckt und somit schlecht zugänglich. Also habe ich gleich alle drei Transistoren mit dem Kühlkörper ausgelötet.

Auf diesem Bild sind die Leistungstransistoren gut zu sehen, welche auf dem Alu-Kühlkörper geschraubt sind. Leider sind die Schrauben praktisch nicht zugänglich, da eine kleine Platine genau davor steht.
Die beiden Transistoren der Endstufe sind die beiden linken auf dem Bild.
Nach dem auslöten der Transistoren können diese mit einem Ohmmeter auf Durchgang geprüft werden, und siehe da: Tatsächlich haben die beiden hier gezeigten Transistoren vollen Durchgang von Kollektor zu Emitter.

Glücklicherweise handelt es sich bei diesen Transistoren um gängige Typen, nämlich Darlington-Leistungstransistoren BDX93C und BDX94C. (Zum Teil sind auch andere Typen eingebaut, welche aber ebenfalls durch BDX93C und BDX94C ersetzt werden können.)
Um sicher zu gehen, dass mit dem Tausch dieser Bauteile das Steuergerät wieder funktioniert, habe ich das Gerät ohne diese beiden Bauteile angeschlossen (Achtung: der dritte Transistor auf dem Kühlkörper muss dazu wieder eingelötet werden). Die CU startet jetzt problemlos, kein Kurzschluss mehr. Lokadressen lassen sich wieder eingeben.

Ersatz war schnell beschafft. Beim Einbau muss darauf geachtet werden, dass alle drei Bauteile isoliert auf dem Kühlkörper montiert werden müssen. Eventuell ist dazu noch ein zusätzlicher Isoliersatz notwendig, bestehend aus Glimmerscheibe und Kunststoffhülse.

Je nach verwendeten Transistoren ist eine Isolierscheibe und -Hülse erforderlich (rechts im Bild).
Der Transistor ganz links ist vollständig isoliert und kann direkt auf den Kühlkörper geschraubt werden.

Sind alle Teile sauber eingelötet, kann das Gehäuse zusammengesteckt werden. Bevor die Nieten eingesteckt werden, wird ein noch Test durchgeführt. Hurra - das Gerät funktioniert wieder tadellos. Die ganze Reparatur hat nur dreissig Minuten und ein paar Euro gekostet, weniger als das Porto für den Versand zum Hersteller!

Falls Sie auch eine 6021 mit diesem Defekt haben, kann ich Ihnen auf Wunsch ein Transistor-Paar liefern, oder die Reparatur für Sie durchführen. Verwenden Sie dazu einfach die Shop Seite (Artikel Nummer 8001).

Fernbedienung

Handelsübliche Fernbedienungen haben teilweise eine sehr beschränkte Lebensdauer. Meist funktionieren nach kurzer Zeit eine oder mehrere Tasten - üblicherweise die meist genutzten - nicht mehr, oder nicht mehr sauber.

Alle mir bekannten Fernbedienungen der Unterhaltungselektronik sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut:
Die Tasten bestehen aus einem einzigen weichen Stück Kunststoff (Gummi). Unterhalb der Tasten sind diese mit einer Grafitschicht versehen. Beim Drücken der Taste wird diese Grafitschicht auf die darunterliegende Leiterplatte gepresst und verbindet dort zwei Leiterbahnen, was die entsprechende Funktion auslöst.
Die Grafitschicht nutzt sich mit der Zeit ab, bröckelt weg oder verändert sich so, dass kein sauberer Kontakt auf den Leiterbahnen mehr gewährleistet ist.

Reparatur mit Aluminium-Folie

Die Reparatur ist deshalb sehr einfach, kostengünstig und dauerhaft möglich: Es braucht lediglich ein Stück Aluminium-Folie auf die entsprechende(n) Taste(n) geklebt zu werden.

Hier ein Beispiel einer DELL Fernbedienung eines Beamers, bei welchem die Ein/Aus Taste sowie die Taste für den Laserpointer nicht mehr funktionierten. Die Fernbedienung war vor der Reparatur somit nutzlos. Das war selbstverständlich nur kurze Zeit nach Ablauf der Garantie...

Zum Öffnen dieser Fernbedienung müssen zwei Schrauben entfernt werden. Eine davon befindet sich unter der Etikette
Anschliessend können mit dem Daumennagel entlang der Gehäuseteile die Rastnasen gelöst werden.
Im Bild unten ist die Rückseite des Tastenfeldes zu sehen. Im helleren Teil sind die dunklen Grafitflächen erkennbar. Die beiden rot umrandeten Tasten funktionierten schlecht bis überhaupt nicht.

Das mittlere Teil ist die Leiterplatte. Gut zu sehen die Kontaktflächen für die Tasten. Diese werden mit einem Tuch und etwas Isopropylalkohol oder ähnlichem gereinigt.

Zuunterst sind die vorbereiteten Alufolien-Stücke zu sehen. Diese wurden ganz einfach mit einem Locher aus gewöhnlicher Haushalts-Alufolie gestanzt.

Mit etwas Kontaktkleber werden die Alufolien-Stücke direkt auf die Unterseite der Tasten geklebt.
Nach dem Zusammenbau erfolgt der Test: Die beiden Tasten funktionieren wieder perfekt.

Ein so reparierte B & O Fernbedienung eines Fernsehers hielt danach über 10 Jahre störungsfrei durch, bis der Fernseher schliesslich entsorgt wurde.

Fazit:
Eine praktisch kostenlose Reparatur, welche in wenigen Minuten das Problem dauerhaft löst.

 

     

Seite erstellt am:
Letzte Änderung:

  7.05.2004
07.06.2016

 Zurück |  Home |  Nach oben