04.09.2017



   

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Kupplungen für die Spur H0

In H0 herrscht in Bezug auf Kupplungen ein ziemliches Durcheinander. Viele Hersteller haben eigene, teilweise zu anderen Systemen nicht kompatible Kupplungen. Hier deshalb ein Überblick über die gebräuchlichsten H0 Kupplungen.

Einleitung

Per Definition stellt die Kupplung eine lösbare Verbindung her. In der Modellbahn-Welt hat diese die Funktion, das Rollmaterial untereinander lösbar zu verbinden. Neben der mechanischen Verbindung soll die Kupplung teilweise auch elektrische Verbindungen übernehmen, hier spricht man von Strom führenden Kupplungen.

Die Kupplung soll dabei verschiedene Kriterien erfüllen, welche zuweilen schlecht miteinander kombinierbar sind. So soll der Platzbedarf möglichst klein sein, das Aussehen dem der Originalkupplungen ähneln oder zumindest unauffällig sein und trotzdem einen sicheren Betrieb gewährleisten. Die Kupplung soll zudem einfach in der Handhabung sein.

Der Normschacht

Die Kupplungsvielfalt in H0 und die Inkompatibilität der einzelnen Konstruktionen untereinander führte zur Entwicklung des Normschachtes. Damit bezeichnet man die Kupplungsaufnahme. Die eigentliche Kupplung wird also nicht mehr direkt am Wagen oder der Lok angebracht, sondern wird in eine genau definierte Aufnahme gesteckt. Auch die Lage am Wagen ist vorgegeben (http://miba.de/morop/nem362-d.pdf ). Die Kupplung wird jetzt einfach in diesen Schacht hinein geschoben und hält, dank den Rastnasen, von selbst. Zum herausnehmen drückt man die Rastnasen am besten mit einer kleinen Flachzange zusammen und zieht die Kupplung nach vorne heraus. Erst mit dieser Einrichtung wird es möglich, auf einfachste Weise die Kupplungen seinen eigenen Wünschen entsprechend zu tauschen. Die meisten neueren Wagen und viele Loks werden mittlerweile mit einem Normschacht ausgestattet. Ebenso sind alle modernen Kupplungen in einer Version für den Normschacht erhältlich.

Beim Normschacht handelt es sich um eine in Form und Abmessungen genormte, rechteckige Öffnung. Die Kupplung wird hier eingesteckt und rastet mit den Schwalbenschwanz artigen Enden ein.

Standardkupplungen

Früher war die Modellbahnwelt noch einfach. Neben der Bügel und Haken Kupplung war die Fallhakenkupplung weit verbreitet. Diese beiden Systeme hielten sich sehr lange nahezu unverändert am Markt. Die Einführung der Vorentkupplung bei der Bügelkupplung - von Märklin Relex-Kupplung genannt -  war eine echte Bereicherung. Damit kann ein Zugteil an einem Entkupplungsgleis getrennt und ins Abstellgleis geschoben werden, ohne das der abgetrennte Teil wieder einkuppelt.

Bügelkupplung Immer noch eine der meistverwendeten Kupplungen im deutschsprachigen Gebiet ist die einfach aufgebaute Bügelkupplung.
Märklin Relex
72060
Eine Weiterentwicklung der Bügelkupplung ist die Märklin Relex-Kupplung. Mit dieser zuverlässigen Kupplung ist Vorentkuppeln möglich (siehe weiter unten).
Hakenkupplung bei Lokomotiven An Loks werden immer noch zum Teil nur Kupplungshaken angebracht. Damit lassen sich nur Wagen mit Bügel- oder dazu kompatible Kurzkupplungen wie die Märklin KK oder die Roco Universalkupplung anhängen. Eine Doppeltraktionen ist nur möglich, wenn die zweite Lok einen Bügel besitzt.
Bei neueren Loks lässt sich der einfache Haken vielfach gegen eine andere Kupplung tauschen.
Fleischmann Hakenkupplung Früher weit verbreitet, heute selten.

Die Bügelkupplung und die dazu voll kompatible Relex-Kupplung sind nach wie vor stark verbreitet. Auch heute noch werden viele neue Fahrzeuge mit diesem Kupplungstyp ausgeliefert, beispielsweise Fahrzeuge von Bachmann Liliput, HAG und Märklin. Dieser Kupplungstyp, welcher nach NEM genormt ist, bietet viele Vorteile:

bulletLeichtes (weiches) einkuppeln
bulletHohe Sicherheit gegen Zugtrennungen
bulletKuppelt auch im Bogen (bedingt)
bulletGrosse Verbreitung
bulletEntkuppeln an Entkupplungsgleis möglich

Bügelkupplungen gibt es in verschiedenen Ausführungen von allen namhaften Herstellern. Sie unterscheiden sich in Form und Grösse. Heute werden die meisten Kupplungen aus einem Kunststoffteil mit Haken und einem gestanzten Metallteil hergestellt.
(links: moderne Bügelkupplung für NEM Schacht, Mitte: Märklin Relex Kupplung aus Metall zum anschrauben, rechts: alte, wuchtige Lima Kupplung.)

Vorentkuppeln der Märklin Relex-Kupplung

Relex-Kupplung gekuppelt: Ein Bügel ist beim gegenüberliegenden Haken eingehängt.
Nach dem Entkupplungsvorgang von Hand oder am Entkupplungsgleis: Der Bügel liegt nun oben auf. Der Wagenverbund kann an den Zielort geschoben werden, ohne dass die Kupplung wieder einhängt. Am Zielort angekommen zieht die Lok weg und der Wagenverbund trennt sich.

Als Nachteil der Standardkupplung ist der grosse Wagenabstand zu nennen, welcher sich bei der Verwendung dieses Kupplungstyps ergibt. So ist es nicht möglich, zwei Wagen Puffer an Puffer zu kuppeln.
Die Fleischmann Fallhakenkupplung ist praktisch verschwunden.

Ein Nachteil der Bügelkupplung ist der grosse, unrealistische Wagenabstand. Während dies bei Güterwagen weniger auffällig ist, stört ein grosser Abstand bei Personenwagen das Gesamtbild.
Viele Modellbahner haben sich deshalb für folgenden Kompromiss entschieden: Bügelkupplungen bei Güterwagen, da hiermit ein Rangieren leichter fällt. Bei Personenwagen dagegen, welche vielfach immer gleich gekuppelt sind, werden Kurzkupplungen eingesetzt.

 

Kurzkupplungen

Im Laufe der Zeit kam der Wunsch auf, die Wagen enger zu kuppeln. Optimal wäre dabei, wie im Original die Wagen Puffer an Puffer zu kuppeln. Während dies in der Geraden ohne Probleme durch verkürzen der Kupplung möglich wäre, geht es mit normalen Kupplungen in den Kurven nicht, da die Puffer meist fest sind und die Bogen zu eng.

So eng können Wagen nur mit Kupplungskinematik und passenden Kurzkupplungen gefahren werden. Hier im Bild die Zürcher S-Bahn Wagen von Fleischmann. Diese Kombination läuft problemlos auch durch enge Radien von nur 360mm (Märklin R1).

Die Industrie hat deshalb die so genannte Kurzkupplungskinematik (KKK) entwickelt. Diese sorgt dafür, dass die Kupplung im Bogen weiter aus dem Fahrzeug heraus ragt. Damit dies funktioniert, wurden aber auch neue Kupplungen notwendig. Mit den bisherigen Bügelkupplungen bleibt die Kinematik mittig. Nur eine Kupplung, welche eine starre - also nicht „knickbare“ - Verbindung erstellt, bringt die Kinematik dazu, in den Bogen in die gewünschte Position zu bewegen.

Funktion der Kurzkupplungskinematik

In der Gerade ist die Kupplung nahe am Wagen: die Wagen sind somit eng verbunden. Je nach verwendetem Kupplungstyp ist damit ein echter Puffer-an-Puffer Betrieb möglich.
Im Bogen wird die Kinematik ausgelenkt, die Kupplung ragt weiter aus dem Wagen. Dadurch wird verhindert, dass sich die im Gleisbogen inneren Puffer verhaken.
Zwei gleiche Wagen mit unterschiedlicher Technik: Der blaue Niederbordwagen besitzt eine Kupplungskulisse und Kurzkupplung, der grüne Wagen hat eine Relex Kupplung.
Und so sieht es von unten aus. Deutlich zu sehen ist die Kupplungskulisse des blauen Wagens.

Die Kinematik und die Kurzkupplungen bilden also eine Einheit. Mit nur einem dieser Teile alleine lässt sich kaum Puffer an Puffer fahren.

Bei den Kurzkupplungen sind recht unterschiedliche Konstruktionen entstanden, welche leider nicht zueinander und einige auch nicht zur Bügelkupplung kompatibel - sprich kuppelbar - sind. Jede dieser Kupplungen hat ihre Vor- und Nachteile. Die "beste" Kupplung gibt es nicht, es gibt nur die für einen bestimmten Einsatz optimale Kupplung.

Universal-Kurzkupplungen

Diese können an die normalen Bügelkupplungen, zu der auch die Märklin Relex Kupplung gehört, gekuppelt werden.

Märklin Kurzkupplung Die Standardkupplung von Märklin für Wagen mit Kupplungskinematik.
Kuppelbar mit der Bügelkupplung.
Märklin Kurzkupplung zum Nachrüsten Dient zum Umrüsten von Wagen ohne Normschacht auf die Märklin Kurzkupplung. Der Einsatz muss allerdings gut überlegt sein, da bei diesen Wagen ja die Kinematik fehlt.
Roco Universalkupplung
40395
Die Roco Universalkupplung liegt etwas flacher als die Märklin KK, weshalb sie gerne auch im Mittelleiterbereich eingesetzt wird.
Durch die offene Bauform des Bügel kann es zu ungewollten Zugtrennungen in engen Bögen (S-Kurven) kommen.
Kuppelbar mit der Bügelkupplung.
Roco höhenverstellbare Universalkupplung
40396
Ein echter Problemlöser! Bei einigen Wagen kommt es vor, dass sich der Kupplungsbügel an den Puffern verhakt. Mit dieser Kupplung kann dies zuverlässig verhindert werden, indem die Kupplung unterhalb der Puffer liegt. Eingesetzt habe ich diese Kupplungen bei den HAG Doppelstockwagen IC2000, seit dem gehören Entgleisungen der Vergangenheit an.
Bauform wie die Roco Universalkupplung, Pufferabstand jedoch etwas grösser.
 

Echte Kurzkupplungen

Diese sind nicht mit anderen Systemen kuppelbar.

Fleischmann Profikupplung
6515
Die Fleischmann Kurzkupplung überzeugt durch ihre unauffällige Bauform. Sie kuppelt recht hart, ergibt aber eine sehr starre, kurze und nahezu spielfreie Verbindung. Mit dieser KK ist enges kuppeln (Puffer an Puffer) möglich. Ein weiterer Vorteil dieser Bauart ist die Tatsache, dass Wagen im gekuppelten Zugverbund nach oben herausgenommen werden können.
Neigt zu Zugtrennungen bei uneben verlegten Gleisen.
Roco Kurzkupplung
40270
Kuppelt recht weich. Wie bei der Fleischmann KK ist auch hier ein Puffer an Puffer Betrieb möglich. Vorentkupplungsfähig.
Neigt zu Zugtrennungen bei uneben verlegten Gleisen.
Ragt weit zum Fahrzeug heraus, was am Ende eines Zuges doch recht störend wirkt.
Piko Ganzzug-Kurzkupplung
56042
Diese Kupplung kann nur manuell durch anheben eines Wagens gekuppelt werden. Somit ist auch eine automatische Entkupplung nicht möglich. Der Vorteil ist die relativ unauffällige Bauart und die recht starre, kurze und nahezu spielfreie Verbindung. Sie liegt zudem sehr tief, womit ein verhaken an den Puffern praktisch ausgeschlossen ist. Gut als Ersatz für starre Deichseln geeignet.
Ade Klein und kompakt. Kuppelt nicht besonders weich, ist aber zierlich und flach gebaut und sicher gegen Zugtrennungen. Die Kupplung besteht aus zwei unsymmetrischen Teilen, die Wagen müssen also "richtig herum" aufgegleist werden. Muss in der Höhe exakt justiert werden, um sauber zu kuppeln.

Sowohl die Märklin Kurzkupplung wie auch die Roco Universalkupplung sind mit der Bügelkupplung kompatibel. Probleme kann es in dieser Kombination jedoch in engen Gleisbögen geben, da die Kupplungskulisse nicht oder nicht vollständig ausgelenkt wird. In diesem Fall kann es sein, dass die Bogen inneren Puffer aneinander stossen und einer der Wagen aus den Schienen hebeln. Ausserdem baut die Bügelkupplung höher, und kann sich deshalb an den Puffern des Gegenübers verhaken.

Die zwei Kupplungen sind auf unterschiedlicher Höhe angebracht. Links eine Relex-, rechts die Märklin Kurzkupplung.
Der Bügel der Kurzkupplung kommt unter jenem der Relex, hebt sich aber über dessen Haken...
... und legt sich hinter diesem. Das klappt hier so gut, da es sich bei dieser Relexkupplung um eine Ausführung komplett aus Metall handelt. Bei Bügelkupplungen, welche bis auf den Bügel selbst aus Kunststoff bestehen, kann der gestanzte, scharfkantig Bügel der Kurzkupplung sich an der Kunststoffplatte verhaken. Durch entgraten des Bügels mit feinem Schleifpapier und eventuell ganz wenig Lokfett an die Platte wird dieses Problem behoben.

Kupplungsabstände der verschiedenen Systeme

Wie wir oben gesehen haben, variiert der Wagenabstand je nach verwendetem Kupplungstyp. Grundsätzlich sind auch hier drei Gruppen unterteilbar:

bulletdie "normalen" Kupplungen, welche keine starre Verbindung erzeugen, wie die Bügelkupplungen.
bulletdie Universal-Kurzkupplungen, welche untereinander und mit der Bügelkupplung kompatibel sind
bulletdie "echten" Kurzkupplungen, welche nur mit mit sich selber kuppeln.

Hier eine Zusammenstellung der gemessenen Werte der Wagenabstände, jeweils zwischen den Normschächten. Das Längsspiel ergibt sich aus der Differenz zwischen gestossenem und gezogenem Zug. Alle Messwerte in Millimeter, auf 0.1 mm gerundet.

Hersteller / Typ Bezeichnung Abstand
gestossen
Abstand
gezogen
Längsspiel
         
Kupplungen        
Märklin Relex 24.0 26.1 2.1
Fleischmann Hakenkupplung k/a k/a k/a
         
Universalkupplungen        
Märklin Kurzkupplung 15.7 16.4 0.7
Roco 40395 Universalkupplung 15.7 16.6 0.9
Roco 40396 höhenverstellbare Universalkupplung 19.9 20.8 0.9
         
Kurzkupplungen        
Fleischmann 6515 Profikupplung 15.2 15.4 0.2
Roco Kurzkupplung, alte Ausführung (schwarz) 15.9 16.1 0.2
Roco 40270 Kurzkupplung, neue Ausführung (grau) 15.6 15.9 0.3
Roco 40287 höhenverstellbare KK, neue Ausführung 20.0 20.3 0.3
Piko 56042 Ganzzug-Kurzkupplung 15.3 15.4 0.1

Strom führende Kupplungen

Bei Personenwagen kommt schnell der Wunsch auf, diese mit einer Beleuchtung auszustatten. Gerade im Mittelleiterbetrieb war man lange darauf angewiesen, unter jedem Wagen einen Schleifer für die Stromversorgung zu montieren, was einerseits im Betrieb recht viel Krach macht, andererseits auch eine zugkräftige Lok erfordert. Die Lösung heisst Strom führende Kupplungen. Damit ist es nun möglich, einen einzigen Wagen zur Stromversorgung auszurüsten und damit den ganzen Zug zu speisen. Wird dieser Wagen noch mit einem Funktionsdecoder ausgestattet, lässt sich die Zugbeleuchtung von der Zentrale her ein- und ausschalten. Natürlich kann auch ein Ausgang des Decoder in der Lok diese Aufgabe übernehmen.

Alle hier gezeigten Strom führenden Kupplungen sind für den Normschacht. Eine einfache Umrüstung bestehender Fahrzeuge ist deshalb meist problemlos möglich.

RTS
1- und 2-polig
Ähnlich wie die Märklin Kurzkupplung. Die RTS ist mit und ohne Bügel erhältlich und wird meistens paarweise eingesetzt, womit die Wagen "richtig herum" aufgegleist werden müssen.
(Im Bild die Version ohne Bügel.)
Märklin (baugleich mit der RTS)
72020
Wie die RTS, hier die Version mit Bügel.
(Foto: Märklin)
Roco 4 polig Baut recht gross, kann auch nicht automatisch entkuppelt werden. Ist zu keiner anderen Kupplung kompatibel.
Bedingt durch die Anordnung der vier Pole müssen die Wagen "richtig herum" eingereiht werden, da sonst die Anschlüsse links/rechts vertauscht werden.
(Grafik: Modelleisenbahnen GmbH)
TAMS Basiert auf die Fleischmann Profikupplung und ist als ein- wie als zweipolige Variante erhältlich.
(Foto: Tams)
Viessmann Zweipolige Kupplung bis 1A. Normales Entkuppeln und Vorentkuppeln möglich.
(Foto: Viessmann)
Fleischmann (Foto: Fleischmann)
Krois
Ähnlich gebaut wie die Roco Universalkupplung.
Erhältlich in Ausführungen mit 2, 3, 4, 5 und 6 Polen. Kontakte bis zu 1.2 A belastbar.
Durch die Anordnung der Kontakte nebeneinander müssen die Wagen "richtig herum" eingereiht werden.
Kuppeln und entkuppeln nur von Hand möglich.
Im Bild links oben die 2 polige und unten die 6 polige Ausführung. Mit 18.90 € ist die 6 polige Ausführung recht teuer (Stand Mai 2010).
(Fotos: Krois)
 
Märklin
7319

Die Kupplung, die gar keine ist. Die starre Verbindung lässt sich nur durch herausnehmen aus dem Normschacht lösen. Damit ist das Teil selber eigentlich keine Kupplung.
Absolut spielfrei, sehr gute mechanische wie elektrische Verbindung, unauffällig und betriebssicher. Trotzdem kaum brauchbar, denn es ist sehr schwierig, einen langen Wagenverbund damit auszurüsten. Normalerweise wird man diese Verbindung nur bei Zuggarnituren verwenden, welche nie von der Anlage genommen werden und somit auch nie wieder getrennt werden müssen.
Andere Neben diesen Kupplungen zum nachrüsten sind noch viele weitere vom Rollmaterial-Hersteller speziell für bestimmte Zugverbände hergestellte stromführende Kupplungen vorhanden. Beispiele sind von Märklin der VT 08.5, im Bild links oben Seite 1 mit Stiften und unten Seite 2 mit Buchsen.
Diese Anordnung verhindert ein falsches zusammenstecken, da die Wagen falsch herum nicht zusammengesteckt werden können (im Gegensatz zu den Krois oben).

Automatische Kupplungen

Mit der automatischen Kupplung kann ferngesteuert an jeden beliebigen Ort der Anlage entkuppelt werden. Zu den bekanntesten automatischen Kupplungen gehört zweifelsohne die Märklin Telex Kupplung, welche schon seit Jahrzehnten in ausgesuchten Loks verbaut wird. In jüngster Zeit sind hier weitere, nachrüstbare Produkte am Markt erschienen.

Märklin Telex (alt) noch kein Bild Die Märklin Telex-Kupplung passt nicht in den Normschacht und wird von Märklin einzeln nur als Ersatzteil angeboten. Diese Kupplung ist daher weniger zum nachrüsten von Loks ohne automatische Kupplung geeignet.
Wird ein Decoder eingebaut, werden die beiden Telex-Kupplungen vorne und hinten meist in Serie geschaltet.
Märklin Telex für NEM Schacht (neu) noch kein Bild Die neue Telex Kupplung von Märklin passt in den Normschacht und kann daher auch nachträglich eingebaut werden.
Die Kupplung muss über eine Zeitgeberschaltung angesteuert werden, sonst brennt die Spule durch. Verschiedene Decoder haben diese Funktion mittlerweile eingebaut. Diese Funktion muss natürlich vor der Benutzung eingerichtet werden!
Krois Ähnlich wie die Roco Universalkupplung. Als nachrüstbare automatische Kupplung konzipiert passt sie in den Normschacht. Zur Ansteuerung wird eine Zeitelektronik benötigt, um die Kupplung vor Überlast zu schützen. Einige Decoder, wie von Zimo, haben dies bereits eingebaut.
Benötigt wie die Märklin NEM Telex eine Zeitgeberschaltung.
Roco Wie die neue Märklin Telex passt auch die Roco in den Normschacht, und war vor der Märklin auf dem Markt - zuerst nur als Ersatzteil, jetzt offiziell als Nachrüstteil erhältlich (Artikel 40410, Einbausatz Digital-Kupplung).
Die Kupplung selbst benötigt wie die Märklin NEM Telex eine Zeitgeberschaltung.

Amerikanische Kupplungen

In Amerika besitzt das Rollmaterial der Regelspur keine Puffer. Hier werden sowohl Zug- wie auch Druckkräfte von der Kupplung übertragen. Auch die Modellfahrzeuge werden deshalb natürlich ohne Puffer ausgestattet. Hier haben sich deshalb andere Kupplungen durchgesetzt: US Standard und die sehr realistisch aussehende Kadee Kupplung. Bedingt durch das fehlen der Puffer benötigt amerikanisches Rollmaterial auch keine Kurzkupplungs-Kinematik. Dies ist mitunter ein Grund für die Betriebssicherheit für Anlagen nach amerikanischem Vorbild.

US Standard
NMRA
Recht einfache Kupplung, meist vollständig aus Kunststoff. Kuppelt recht gut.
Da die Kupplung keine starre Verbindung erzeugt, ist sie nur bedingt für Rollmaterial mit Kupplungskulisse einsetzbar. Dies gilt auch für die Kadee Kupplung.
Kadee Nicht nur schön anzuschauen, auch zuverlässig und weich kuppelbar ist die Kadee Kupplung. Diese ist in verschiedenen Längen und Ausführungen erhältlich, so auch für den Normschacht.
Die Kupplung ist nicht ausgelegt für den Betrieb auf Mittelleitergleisen. Der Draht muss deshalb etwas nach oben gebogen werden, um speziell bei den Weichen nicht an den Pukos hängen zu bleiben.

 

Spezialkupplungen

Schön anzusehen sind die starren Verbindungsdeichseln, welche unter anderem von Märklin angeboten werden. Nachteil: es handelt sich hierbei nämlich nicht um eine Kupplung per Definition, da sie sich nicht lösen lässt. Beide Enden müssen in den Normschacht gesteckt werden, und das ist eine ziemlich schwierige Angelegenheit, vor allem bei langen Zügen. Auch von Brawa sind zierliche, starre „Kupplungen“ erhältlich, hier aber ohne elektrische Verbindung.

Starre Kupplungen eignen sich also nur bei Zügen, welche nicht getrennt werden, meist also Personenzüge.

Märklin
7319

Siehe Beschreibung unter Strom führende Kupplungen.
Brawa Starrkupplung
2250
Sehr schön anzusehen und filigran ist die Brawa Starrkupplung.
(Foto: Brawa)

Entkuppler

Handentkuppler.
Oben ein Eis-am-Stiel Holz, unten der Handentkuppler von Märklin.
 

 
 
Roco Handentkuppler. Das vordere Teil lässt sind an beiden Enden aufstecken, wie im Bild gezeigt.
In der unteren Variante kann so bei beengten Platzverhältnissen entkuppelt werden, beispielsweise wenn auf dem Nebengleis ein Zug steht.
Helis Handentkuppler Auf dem 3D-Drucker produzierter Entkuppler. Kann sowohl horizontal wie vertikal (beispielsweise zwischen zwei eng beieinander stehenden Gleisen) verwendet werden.

Hinweis
Ich finde es immer wieder interessant, dass meine Seiten kopiert und auf eigene Homepages abgelegt werden. So findet sich viel dieser Seite - Texte und Bilder - auf anderen Seiten.
Schön wäre in so einem Fall eine kurze Anfrage, oder zumindest eine Quellenangabe.
Auch ich habe hier nicht alle Bilder selber gemacht. Artikelbilder beschaffe ich mir teilweise vom Hersteller (schliesslich mache ich ja auch Werbung für sein Produkt). In solchen Fällen schreibe ich aber die Quellenangabe dazu.

     

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Letzte Änderung:

20.05.2005
04.09.2017

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