23.09.2017



   

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Wartung des Rollmaterials

Damit die Loks über Jahre hinweg problemlos laufen und sich der Verschleiss in Grenzen hält, brauchen diese eine regelmässige Wartung.

Diese umfasst folgende Teile:

bullet Motor
bullet Getriebe
bulletRadachsen
bulletGehäuse
bullet Schleifer
bullet Rauchgenerator
bulletKupplungen
bulletLampen
bulletWeiteres Zubehör

Diese Seite gibt einige Hinweise, was hierzu beachtet werden sollte. Die meisten Tipps beziehen sich dabei auf Märklin Loks mit den Märklin üblichen Standard-Motoren (HLA etc.)

Märklin empfiehlt alle 40 Stunden das Getriebe sowie Motorenteile zu ölen. Dies ist sicherlich richtig, über längere Zeit gesehen aber ungenügend. Staub und Schmutz, Fasern und Haare dringen in das Getriebe ein und vermischen sich mit dem Öl zu einer zähen Masse. Das Öl  kann auch verharzen oder die Kohlen sich abnutzen. Hier hilft nur eine gründliche Reinigung und Wartung von Motor und Getriebe.

Wartung an Motor und Getriebe

Zuerst wird der Motor zerlegt. Dazu werden zuerst die beiden Bürsten entfernt. Anschliessend die beiden Schrauben am Motorschild lösen und herausnehmen. Motorschild und Rotor werden abgenommen. Jetzt sollten sich die Räder leicht drehen lassen. Je schwerer dies geht, desto verschmutzter ist das Getriebe. Dieses lässt sich mit einem in Reinigungs- oder Wundbenzin leicht getränktem, fusselfreien Tuch reinigen. Ein Wattestäbchen kann auch mal helfen. Die Zahnräder sollten an den Seiten komplett öl- und fettfrei sein. Um die Achsen gewickelte Fusseln kann man meist mit einer kleinen Spitzzange entfernen. Ein starker Bindfaden, in Benzin getränkt, 1-mal um die Achse gewickelt und dann abwechselnd an beiden Enden ziehen holt auch noch die letzten Reste raus. Beim Kollektor werden die Zwischenräume mit einem Zahnstocher von Kohlenabrieb befreit. Eventuell hilft auch hier ein in Benzin getränktes Tuch.

Sind alle Teile von Schmutz und altem Öl gesäubert, werden sie sorgfältig und sparsam geölt. Die Zahnräder werden dabei nur an den Zähnen, nie an den Seiten geölt. Vor dem Zusammenbau des Motors wird nochmals der Lauf überprüft. Spätestens jetzt sollte sich die Lok wunderbar leicht schieben lassen. Die Achse des Rotors wird vorzugsweise leicht gefettet oder auch geölt. Ich verwende hierzu das Trix Fett oder neuerdings das von Faller angebotene Öl mit Teflon. Mit diesem - leider etwas dünnflüssigem Öl - habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Loks mit dreipoligem Rotor, welche immer knarrten, laufen mit diesem Öl seidenweich. Man muss das schon selber gesehen (und gehört) haben, um es zu glauben! Der Rotor wird eingesetzt und das Motorschild angeschraubt. Die Schrauben hierbei nicht zu fest anziehen. Anschliessend werden die Kohlen eingesetzt, wobei bei Trommelkollektor-Motoren auf die Rundung geachtet werden muss. Nun kann der Probelauf durchgeführt werden.

Am Beispiel einer Drehgestell-Lok mit Hochleistungsantrieb sollen die Motorenteile kurz aufgezeigt werden.

Zum Reinigen des Getriebes empfiehlt es sich, den Motor zu zerlegen. Dazu müssen zuerst die Kohlen herausgenommen, dann die beiden Schrauben des Motorschildes und das Motorschild entfernt werden. Anschliessend kann der Rotor herausgenommen werden. Jetzt lässt sich auch der Stator abnehmen. Das Getriebe ist jetzt frei zugänglich.

Bei Drehgestell-Loks kann es von Vorteil sein, vor der Motorzerlegung das ganze Drehgestell aus der Lok herauszunehmen. Dazu müssen meist die Anschlüsse abgelötet werden. Ein weiterer Vorteil ist hierbei die Möglichkeit, das Drehgestell/Getriebe komplett in einem Ultraschall-Bad zu reinigen.

Hier nochmal ein Drehgestell, diesmal einer Re460. Deutlich zu sehen der 5 polige Rotor sowie der Stator mit dem Permanentmagneten. Links das Motorschild.

Hier eine Ansicht einer Lok mit kleinem Scheibenkollektor-Motor (SFCM).

Märklin 3029

Nach entfernen der beiden Bürsten und des Motorschildes wird der Rotor sichtbar.

Vorsicht ist geboten, damit die beiden dünnen Kupferdrähte der Feldspule nicht abbrechen.

Der Rotor und der Stator können jetzt einfach herausgenommen werden.

Hier nochmals die gleiche Lok, jetzt mit komplett entferntem Motor.
Jetzt ist das Getriebe gut zugänglich und lässt sich problemlos reinigen. Bei dieser Lok habe ich noch die Räder abgezogen und die Achsen entfernt. Anschliessend wurde die Lok in warmen Wasser mit etwas Spülmittel mit einer (alten) Zahnbürste gründlich gereinigt. Besser wäre eine Reinigung im Ultraschall-Bad.
Was mit dieser Lok sonst noch geschah, sehen sie hier.

Mit der Zeit setzt sich Kohlenabrieb der Bürsten zwischen den Kollektorspalten fest. Dies führt zu übermässigem Stromverbrauch und mitunter zum abschalten des Decoders. Im Extremfall kann es auch mal qualmen.
Hier ist eine Reinigung des Kollektors angezeigt. Zuerst werden die Kollektorspalten mit einem Zahnstocher grob vom Abrieb befreit, bitte keinen metallischen Gegenstand verwenden, da dieser den Kollektor beschädigen könnte. Anschliessend mit einem Reinigungsspray, z.B. WL von Kontakt Chemie, auswaschen.
Sind im Kollektor tiefe Rillen zu sehen, kann dieser mit feinem Schleifpapier - Körnung 800 bis 2000 - behandelt werden. Dazu einfach ein Stück um den Kollektor wickeln und den Rotor mehrmals vor Hand drehen.
Das Getriebe lässt sich gut in einem Ultraschallbad mit lauwarmen Wasser und einigen Tropfen Spülmittel auswaschen, oder mit dem oben erwählten Spray reinigen. Auch das Motorschild sollte innen von Kohlestaub befreit werden.
Anschliessend müssen die Achsen mit einem guten Öl schmieren.
Dazu ganz wenig Öl auf einen spitzen Gegenstand geben - im Bild ein kleiner Schraubendreher - und damit das Öl auf die Achse applizieren.
Wer gut schmiert - der gut fährt: Was bei Dampfloks galt, gilt noch heute bei Modelleisenbahnen.
Mit diesem Öl laufen auch Problem-Loks plötzlich viel ruhiger. Einfach unglaublich, was das Schmiermittel ausmacht!
Dieses Öl wird von Faller speziell für bewegliche Kunststoffteile angeboten. Es greift daher Kunststoffe nicht an. Beste Eigenschaften auch bei Metall/Kunststoff Schmierung. Das Fläschchen hat einen völlig unbrauchbaren Spray-Aufsatz und ist meistens schon im Laden unappetitlich mit Öl verschmiert.
 

Beispiel: Roter Pfeil läuft nur kurz

 

 

Dieses schöne Modell besitzt einen Standard-Motor...

... welcher über eine Kardanwelle und Schnecke die beiden Achsen eines Drehgestells antreibt.
Offensichtlich zieht der Motor einen zu hohen Strom, da der Decoder sehr schnell heiss wird und abschaltet. Dies kommt meistens vom Kollektor, bei welchem sich mit der Zeit die Spalten mit Kohleabrieb auffüllen und dadurch beinahe die Wicklungen kurzschliessen.

Da der Motor nicht auseinander genommen werden kann, wurde er ausgebaut und mit einem Reinigungsspray (Roco Clean) der Kollektor (auf der Seite der Schwungmasse) so weit wie möglich gereinigt.

Anschliessend fuhr die Lok wieder einwandfrei.

Radachsen kontrollieren und einstellen

Es kommt immer wieder vor, dass Rollmaterial schon ab Werk schlecht läuft oder gar entgleist. Vielfach ist der Grund hierfür im Radsatzinnenmass zu suchen. Stimmt dieses nicht, kommt es speziell bei den Weichen zu Entgleisungen.
Kontrollieren Sie deshalb das Mass zwischen den Rädern links und rechts mit einer Schiebelehre oder einer Spurmass-Lehre. Dieses sollte wie folgt sein:
Für Märklin Metallgleise: 13.8 mm
Für K- und C-Gleise: 14.0 (gem. NEM 340) bis 14.1 mm
Für Zweileitergleise: 14.3 mm (gemäss NEM 310)

Zum Einstellen gehen Sie wie folgt vor:
Verkleinern des Masses: Räder in Schraubstock vorsichtig zusammenpressen. Die Backen des Schraubstockes sind hierbei mit Karton belegt.
Vergrössern des Masses: Bei Zweileiter-Fahrzeugen mit Kunststoffzapfen können die Räder vielfach recht leicht von Hand wenig auseinander gezogen werden. Bei Wechselstromachsen (Mittelleiterfahrzeuge) oder fest sitzende Zweileiterachsen ist in jedem Fall ein Abziehwerkzeug zu empfehlen.

Links: Einfaches Abziehwerkzeug, wie es von Fohrmann angeboten wird. Achtung: Achsen mit Spitzenlager benötigen einen anderen Einsatz.

Unten: Spurmass-Lehre von
Fohrmann.
Leider nicht für NEM 340.

Lokgehäuse reinigen



Nicht mit Wasser waschen sollte man Gehäuse, welche mit Nassschiebebilder beklebt wurden.
Loks werden mit der Zeit aussen schmutzig, sei es durch Staub, Fingerabdrücke oder auch Dampföl. Die meisten Lokgehäuse können einfach abgenommen und mit einem weichen Pinsel, warmen Wasser und etwas Spülmittel sehr gut gereinigt werden. anschliessend mit warmem Wasser kurz abspülen. Um Wasserflecken zu vermeiden kann das Wasser mit einem Kompressor (auf geringem Druck eingestellt) weggeblasen werden.
Nicht empfehlenswert ist dagegen die Trocknung auf Heizkörper oder im Ofen, da sich die Gehäuse dabei verziehen können.
(Falls hier jemandem die seltsame Haltung meiner Hand aufgefallen ist: Mit der rechten Hand musste ich fotografieren.)

Verbesserung der Kontaktstrecke

Von entscheidender Bedeutung für einen reibungslosen Betrieb der Modellbahn ist eine durchgängig gute Kontaktstrecke. Diese fängt am Anschluss des Trafos an, geht via Control Unit an die Gleise, über die Gleisverbindungen zum Schleifer, zur Lok, dem Decoder und zurück meist über das Gehäuse zu den Rädern, den Schienen und so fort. Ist auch nur einer dieser vielen Übergänge schlecht, ist der Betrieb nicht mehr zufrieden stellend gewährleistet.

Folgende Tipps können hier helfen, Probleme zu vermeiden:

bulletSaubere Schienen: Eigentlich selbstverständlich, aber trotzdem immer wieder zu beobachten. Regelmässiges Reinigen der Schienenoberkanten hilft, beispielsweise mit einem in Brennsprit leicht getränktem Tuch. Übrigens ist Aceton zum Reinigen im Modellbahnbereich praktisch nirgends empfehlenswert, da es sowohl Kunststoffe wie auch Farbe angreift. Die Schienen sollten auch nicht mit Sand- bzw. Schleifpapier oder -Tuch bearbeitet werden, da dies zu feinen Rillen in der Schienenoberfläche führt. Dies hat zur Folge, dass auf den Schienen erst recht Schmutzpartikel haften bleiben. Die Schienenoberfläche sollte möglichst poliert sein.
bulletPunktkontakte: Gelegentlich kommt es vor, dass die PuKos vor allem beim M-Gleis etwas Rost ansetzen. Hier kann mit feinem Schleifpapier (Körnung 600 bis 1200) der Kontakt wieder hergestellt werden. Auch bei fabrikneuen C-Gleisen kann es durch die Schwärzung der PuKos zu einem schlechten Kontakt zwischen PuKos und Schleifer kommen. Auch hier hilft eine einmalige "Reinigung" mit sehr feinem Schleifpapier.
 
Hier eine einfache Möglichkeit, besonders hartnäckige Stellen zu reinigen. Ich hatte eine Problemstelle in einem Tunnel (wie immer an der unzugänglichsten Stelle). Dieser Schleifer, mit einem Stück 800er Schleifpapier überzogen an einem Wagen eingehängt und mehrmals über die Stelle hin- und hergefahren. Seither fahren alle Loks auch im Schleichgang durch den Tunnel.
Für die regelmässige Reinigung der Punktkontakte empfiehlt sich den Schleifer mit gewöhnlichem Kopierpapier statt Schleifpapier zu überziehen, um einem unnötigen Verschleiss der PuKos vorzubeugen.

Weitergehende Informationen zum Thema Gleisreinigung finden Sie hier.

bulletBesonderes Augenmerk sollte man dem Schleifer widmen. Der eigentliche Skischleifer selbst sollte sauber und absolut gerade sein. Am besten man hält den Schleifer an einen Lineal und schaut im Gegenlicht ob er überall satt aufliegt. Gegebenenfalls vorsichtig gerade biegen.
Als zweites ist darauf zu achten, dass der Übergang zu den Federn sauber ist. Hilfreich ist hier ein Oxyd lösender Kontaktspray.
Der Schleifer muss natürlich eine gute Verbindung zur Lok haben. Die Kontaktfläche unterhalb der Lok ist vielfach ölig. Diese kann mit Brennsprit oder Kontaktspray gereinigt werden.
 
In besonders hartnäckigen Fällen kann es von Vorteil sein, beim Schleifer mit einem dünnen Kupferdraht eine elektrische Verbindung anzulöten. Damit der Schleifer trotzdem gut federt, wird der Draht S-förmig gebogen. (Im Bild ganz links.)
Probleme können auch auf Weichen auftreten, hier ist vielfach das Loch in der Mitte des Schleifers die Ursache. Als Abhilfe kann ein kleines Stück Messingblech eingelötet werden. Dabei muss die Höhe exakt der Vertiefung im Schleifer entsprechen, damit dieser eine plane Fläche bildet. Die Lok mit dem so abgeänderten Schleifer läuft nun störungsfrei über alle Weichen, auch schlanke K-Weichen.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Schleifer mit einem Streifen Bronzeblech zu überziehen. Da diese nicht satt aufliegt und gut federt, liegt das Blech besser auf den Pukos auf und der Kontakt ist wesentlich besser. Zudem ist ein so ausgerüsteter Schleifer nahezu lautlos.
Zum Einsatz kommt Phosphorbronze in 0,2 mm dicke.


bulletMasseverbindung: Speziell bei kurzen Loks mit wenig Achsen muss auf eine gute Verbindung des Gehäuses zu den Rädern oder Achsen geachtet werden. Zu viel Öl verhindert den Stromfluss. Abhilfe: Achsen Reinigen und nur leicht ölen.
Bei Drehgestell-Loks sollte zudem der Übergang des Drehgestells zum Rahmen geprüft und gegebenenfalls gereinigt werden. Bewährt hat sich, mit einer flexiblem Litze eine Verbindung des Drehgestells zum Lokgehäuse herzustellen. Dabei muss auf ausreichende Beweglichkeit des Drehgestells geachtet werden.
bulletRäder: Diese nehmen leicht eine Schmutzschicht an, welcher als zuverlässiger Isolator wirkt. Alle Räder sollten deshalb von Zeit zu Zeit zum Beispiel mit einem Wattestäbchen und wenig Brennsprit (Spiritus) oder Verdünner von der Schmutzschicht befreit werden. Angetriebene Achsen können leicht gereinigt werden, indem die Lok kopfüber in die Lokliege gelegt wird und zwei am Trafo/CU angeschlossene Litzen an Rad und Schleifer gehalten werden (am Schleifer am einfachsten mit einer Krokodilklemme). Den Antrieb bei mittlerer Geschwindigkeit laufen lassen und das Wattestäbchen an die Räder halten.
 
  Schon geringe Mengen Schmutz können Kontaktprobleme verursachen. Bei dieser Lok reichten die gezeigten Ablagerungen aus, damit die Lok bei Schleichfahrt ab und zu stehen blieb.

Tipps zur Fehlerbehebung

Hinweis: Falls eine Lok einen Fehler hat, so sollte sie für die Fehlersuche immer auf ein Testgleis gestellt werden. Am besten man steckt einige neuwertige Gleise zu einem kleinen Oval zusammen, und speist dieses mit einem eigenen Trafo bzw. Delta oder CU 6021. Dadurch werden Fehler der Anlage von vorne herein ausgeschlossen. Falls die Lok auf der Teststrecke ordnungsgemäss läuft, muss die Fehlersuche an der Anlage fortgesetzt werden.
 

1        Lok läuft nur eine kurze Strecke und bleibt dann stehen.

bulletÜberprüfen, ob die Kohlen nicht abgenutzt sind. Können die Kohlen leicht herausgenommen werden? Wenn nicht evtl. die Kohlenführungen überprüfen, vielleicht klemmen die Kohlen. Bei Motoren mit Scheibenkollektor evtl. den Anpressdruck korrigieren.
bulletSchleifer überprüfen, evtl. hat dieser eine Schmutz- oder Brandschicht.
bulletZwischenräume des Kollektors mit einem Zahnstocher von Kohleabrieb befreien.
bulletsiehe auch Punkt 9.

2        Lok wechselt während der Fahrt die Fahrtrichtung.

bulletBei analog Loks: Fahrtrichtungsumschalter überprüfen und evtl. durch verbiegen des Federhakens die Spannung erhöhen.
bulletSpannung am Gleis überprüfen, evtl. ist diese dauernd zu hoch.
bulletDigitale Loks: Manche Decoder schalten bei schlechter Stromübertragung die Fahrtrichtung um. Nachvollziehbar war dies bei einer meinen kleinen Loks mit einem TAMS Decoder. Nachdem der Massekontakt verbessert wurde, verschwand auch dieses Problem.

3        Lok ändert Geschwindigkeit selbständig während der Fahrt,
    evtl. hört man dazu noch ein pfeifendes oder ächzendes Geräusch.

bulletGetriebe überprüfen. Sind die Zahnräder an den Seiten ölig? Zahnräder reinigen und nur die Zähne ölen.
bulletKohlen überprüfen. Diese müssen frei beweglich in der Führung sein und mit leichtem Druck am Kollektor anliegen.
bulletAuf der Anlage: Ist dies beim Überfahren einer Trennstelle zu einem anderen Stromkreis?

4        Lok läuft sehr schnell und lässt sich nicht regeln.

bulletDelta und digital Loks auf analog eingestellt. Lok öffnen und eine digital Adresse einstellen.
bulletEine analoge Lok lässt sich auf einer Delta- oder Digital-Anlage ebenfalls nicht regeln.
bulletDer Decoder erkennt das Digital-Signal fälschlicherweise als analog. Abhilfe: Im Decoder den Analogbetrieb deaktivieren.
bulletDecoder defekt. Zum überprüfen Lok (Decoder) auf analog einstellen und auf analoger Teststrecke versuchen. Eine Tabelle der Decoder Adressen und Einstellungen finden Sie auf der Seite Decoderadressen.

5        Lok läuft ruckartig.

bulletSchleifer überprüfen: Ist die Federkraft noch ausreichend? Hat dieser eine Schmutz- oder Brandschicht?
bulletKohlen überprüfen (siehe Punkt 1 und 3).
bulletLassen sich die Räder der Lok von Hand einigermassen leicht drehen (Achtung: nur bei Loks ohne Schneckenrad-Getriebe!)? Allenfalls Getriebe reinigen.
bulletMasseverbindung überprüfen. Zum Teil werden kleine Federn verwendet, welche auf eine Achse drücken. Sind die Räder und Achsen sauber? Auch hier muss der Strom durch. Zum testen kann bei analogen Loks der Bahnstrom direkt vom Trafo an den Motoranschlüssen  gegeben werden (ein Draht am Motor, anderer Draht an einem der beiden Feldspulenanschlüsse welche mit dem Fahrtrichtungsumschalter verbunden sind). Bei Delta und Digital müssen für einen solchen Test zuerst die Decoderanschlüsse abgelötet werden. Motoren von Digitalloks (nicht Delta) mit Gleichstrom prüfen!

6        Lok läuft überhaupt nicht.

bulletWie unter Hinweis beschrieben, unbedingt die Lok auf einer Teststrecke nochmals kontrollieren.
bulletWenn die Spitzenbeleuchtung brennt, die Verbindungen zum Motor überprüfen: Vom Schleifer (sauber, Anpressdruck?) über den Fahrtrichtungsumschalter (Kontakt ok?) zur Feldspule, zurück über Masse zu den Rädern (sauber?). Kohlen herausnehmen und überprüfen, evtl. ersetzen.
bulletBei Digital- und Delta-Loks den Decoder überprüfen: stimmt die Adresseinstellung? Auf analog einstellen und auf der analogen Teststrecke kontrollieren. Digital-Adresse einstellen und Test mit Delta (Adresse 24, 60,72 oder 78) oder CU 6021 wiederholen. Eine Tabelle der Decoder Adressen und Einstellungen finden Sie auf der Seite Decoderadressen.
bulletGetriebe überprüfen: Lassen sich die Räder der Lok von Hand einigermassen leicht drehen (Achtung: nur bei Lok ohne Schneckenrad-Getriebe!).
bulletWenn das Licht nicht brennt: Schleifer, Verbindungsleitungen (Litzen), Räder und Masseverbindungen überprüfen.
bulletMöglicherweise ist auch eine Drossel defekt (eher selten). Versuchsweise überbrücken.

7        Neue Loks laufen gut, alte Loks überhaupt nicht

bulletVermutlich sind die Anschlüsse braun und rot vertauscht. Loks mit altem Decoder (6080) verstehen hier keinen Spass , die Decoder in neueren Loks macht dies nichts aus (trotzdem richtig stellen, da Kurzschlussgefahr beim Einsatz anderer Verbraucher!).

8        Lok läuft nur in eine Richtung.

bulletAnaloge Loks: Fahrtrichtungsumschalter überprüfen: Schaltet dieser beim Umschaltimpuls? Gegebenenfalls von Hand umschalten und kontrollieren.
bulletAnaloge- und Delta-Loks: sind beide dünnen Lackdrähte zur Feldspule in Ordnung?
bulletBlockiert das Getriebe in einer Richtung oder lassen sich die Räder in beiden Richtungen problemlos von Hand drehen?

9        Lok läuft eine Weile gut, wird dann langsamer und bleibt schliesslich stehen.
    Vorgang lässt sich nach einer Weile wiederholen.

bulletDigital-Loks: Wird der Decoder übermässig warm (heiss)? Kollektor mit Zahnstocher und gegebenenfalls mit Reinigungsmittel von Kohlenabrieb befreien. Siehe dazu weiter oben bei Roter Pfeil. Überlast kann auch von verharztem Öl im Getriebe herrühren.
bulletFalls andere Verbraucher (Rauchsatz etc.) noch eingeschaltet sind, diese abschalten und Test wiederholen. Evtl. ist der Decoder überlastet.
bulletSiehe auch Punkt 1.

10      Lok läuft erst ab einer relativ hohen Einstellung des Fahrtreglers.

bulletGetriebe auf leichten Lauf überprüfen. Unter Umständen reinigen.
bulletSchleifer und Räder auf Sauberkeit überprüfen, reinigen. Masseverbindung überprüfen.
bulletKohlen überprüfen. Sind diese in Ordnung? Ist der Anpressdruck der Federn zu hoch oder zu tief?

11      Lok macht ein knarrendes Geräusch.

bulletDies liegt in den meisten Fällen am Getriebe und kommt auch bei Fabrik neuen Loks im unteren Drehzahlbereich vor. Vielfach kann dies durch reinigen und neu ölen behoben werden. Manchmal ist es besser, Fett statt Öl zu nehmen, da dieses besser haftet. In jedem Fall sollten nur die Zähne der Zahnräder und nicht die Seiten geschmiert werden.
bulletZum Teil verschwindet dieses Geräusch nach einigen Betriebsstunden von selbst, wenn das Getriebe eingelaufen ist.

12      Lok erzeugt einen Kurzschluss an Weichen.

bulletSchleifer überprüfen. Ist der korrekte Typ angebaut? Sitzt der Schleifer mittig und parallel zur Lok?
bulletKupplungen überprüfen. Speziell die Entkupplungshebel können zu tief liegen.
bulletÄltere Loks, beispielsweise von HAG, haben "dickere" Räder. Diese können bei den Weichen einen Kurzschluss zwischen Schiene und Punktkontakt erzeugen. Teileweise lässt sich dies durch vorsichtiges Verbiegen des Punktkontaktes beheben. Meisten ist jedoch ein Rädertausch notwendig.

13      Lok entgleist oft, speziell an Weichen.

bulletSiehe Punkt 12.
bulletVor allem bei M-Gleisen: Weichenzungen kontrollieren, sind diese evtl. verbogen, zu hoch o.ä.?
bulletStimmt das Spurmass aller Achsen? Mit Schiebelehre überprüfen.

14      Rauchsatz dampft kaum noch.

bulletIst der korrekte Typ eingebaut (analog/digital)?
bulletRöhrchen herausnehmen und reinigen (nicht bei allen Typen möglich).
bulletRauchsatz herausnehmen. Ist der Kamin innen sauber und frei von Farbe?
bulletIst der Rauchsatz-Kontakt in der Lok verbogen?
bulletIst das Rauchöl das richtige?
bulletEventuell Rauchsatz herausnehmen und direkt am Trafo ausprobieren.

15      Beleuchtung geht nicht, aber Lampen sind gewechselt.

bulletVerbindungsleitungen überprüfen.
bulletBei Steckfassungen: sitzt das Lämpchen fest im Sockel?
bulletSind alle Verbindungen in Ordnung?
bulletBei gewissen digitalen Loks funktioniert das Licht unter Delta nicht!
bulletSiehe auch Punkt 16.

16      Bei der Lok lassen sich nicht immer alle Funktionen schalten.

bulletBei modernen Zentralen wie die TAMS Master Control, der ESU ECoS und der Märklin Central Station können gewisse ältere Loks mit mehr als den ursprünglichen 14 Fahrstufen angesteuert werden. Bei diesen Zentralen kann dazu ein Modus mit 27 oder 28 Fahrstufen gewählt werden. Nicht alle Decoder lassen sich aber in beiden Modi korrekt ansteuern. Verwenden Sie beispielsweise für Märklin Loks bis circa Jahrgang 2005 (für Decoder mit DIP-Schaltern, auch Mäuseklavier genannt) den Modus 27 Fahrstufen.

17      Loks mit Sinus-Motor fahren plötzlich los, ohne dass diese von der Zentrale aufgerufen     wurden.

bullet

Das ist ein bekanntes Problem. Es kommt von Störsignalen, welche durch andere Loks erzeugt und über die Schienen bzw. Mittelleiter übertragen werden. Die Sinus-Loks reagieren hier empfindlicher darauf als Loks mit anderen Motoren, dies liegt am speziellen Decoder.
Die Lösung ist, bei den Verursacher-Loks eine Drossel in die Zuleitung (Schleifer zu Decoder) einzubauen, oder, wenn nicht vorhanden, die Motorentstörung nachzurüsten.
Man kann auch versuchen, diese Massnahme (Drossel in Schleiferleitung) nur bei der Sinus-Lok durchzuführen, wenn der Verursacher nicht festgestellt werden kann. Grundsätzlich sollten aber Störungen immer möglichst nahe an der Störquelle beseitigt werden.
Es ist empfehlenswert, die Motorentstörung mit drei Kondensatoren und zwei Drosseln vorzunehmen, wie ich auf dieser Seite beschrieben habe: http://www.stayathome.ch/lokdecoder.htm (etwa in der Mitte der Seite), sofern nicht ausdrücklich vom Decoder-Hersteller anders beschrieben.

18      Lok reagiert verzögert oder nicht auf Eingaben an der Zentrale.

bulletVerbindungsleitungen überprüfen. Evtl. Bahnstrom- und Masseanschluss tauschen.
bulletDecoder-Reset durchführen, evtl. Firmwareupdate.
bulletMotorentstörung kontrollieren. Bei einigen Loks ist ab Werk ein zu grosser Kondensator eingebaut, so habe ich schon bei Hornby und Piko Loks ab Werk 100nF Keramikkondensatoren gesehen. Meist ist ein Wert <10nF besser.
bulletSchleifer wechseln. Kein Witz: Ich hatte einmal eine Lok von DC nach AC umgebaut.
Dazu habe ich einen Schleifer von Liliput verwendet. Anfangs lief die Lok gut. Mit der Zeit reagierte sie aber immer schlechter auf Fahrbefehle der Zentrale. Nach Zurückstellen des Reglers auf 0 lief die Lok einfach weiter. Das Problem lag am Schleifer: dieser hatte nicht genügend Anpresskraft. Die Abhilfe war einfach: Ich habe den Schleifer mit einem Bronzeblech überzogen, wie hier beschrieben. Seither läuft die Lok tadellos.

 

Mögliche Fehler an der Anlage

Fehler an der Anlage können sein:

bulletÜberlastung der Stromversorgung und dadurch evtl. zu niedrige Spannung am Gleis.
bulletFalsche Verdrahtung, z.B. Bahnstrom (rot) und Masse (braun) vertauscht.
bulletAlle Masseanschlüsse (braun, und nur diese!) aller Trafos, CU, Booster miteinander verbinden! Ausnahme: Der/die Trafo(s) zur Speisung der Mobil Station dürfen nicht mit anderen Trafos verbunden werden! Dagegen kann die Masse am Gleis (braun) mit der übrigen Masseleitungen (z.B. der Beleuchtung) verbunden werden.
bulletZu wenig Einspeisungen am Gleis (Richtwert: alle 2m eine Einspeisung): Dies hat zu niedrige Spannungswerte zur Folge, vor allem bei grösseren Belastungen.
bulletZu kleine Querschnitte für die Stromversorgung gewählt. Als kleinster Querschnitt für den Bahnstrom empfehle ich 0,75mm2, für Ringleitungen 1,5mm2 oder mehr (je nach Grösse der Anlage).
bulletAn einem Anschlussgleis ist noch ein Kondensator vorhanden (bei Delta- und Digitalanlagen unbedingt entfernen!).
bulletStörsignale durch andere Verbraucher oder Decoder Fremdfabrikate.
bulletTrafo, Delta Control oder CU defekt; einzeln testen!
bulletGenerelle Unter- oder Überspannung im Stromnetz, eventuell auch zu bestimmten Tageszeiten.

 

     

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14.01.2004
23.09.2017

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