09.02.2016



   

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Restauration einer Lok

Die BR 24 - auch Steppenpferd genannt - ist eine wirklich schöne Schlepptender-Lok. Das Märklin Modell ist mittlerweile etwas in die Jahre gekommen. Trotzdem macht sie noch eine gute Figur. In der Ausführung mit elektro-mechanischem Fahrtrichtungsumschalter war die Lok lange Zeit im Standardprogramm des Herstellers. Nicht zuletzt deshalb findet man auf Börsen oder bei Online-Auktionen dieses Modell recht häufig. Je nach Zustand liegt der Preis dabei zwischen etwa 10 und 40 Euro. Ich habe bei eBay ein recht altes und stark bespieltes Stück ergattert. Gedacht war das Modell für die Kinder zum spielen am HELIS Treffen.

Die Lok sah recht übel und mitgenommen aus. Aussen war die Farbe stellenweise komplett abgewetzt, im Innern war vor allem der Bereich des Motorschildes total verbogen. Trotzdem lief sie erstaunlich gut.

Umbau ohne grosse Kosten

Von diversen Lokumbauten hatte ich noch einige Delta-Decoder übrig. Da die Lok sowieso mit einer Delta Control 4 betrieben werden sollte und für Kinder auf die Lastregelung wohl verzichtet werden kann, entschloss ich mich, die Lok mit diesem Decoder auszurüsten. Die Lok lief sehr gut, allerdings war das Motorschild in kritischem Zustand. Zuerst wurde also der Motor komplett zerlegt und alle Teile gereinigt. Mit einem neuen Motorschild - ebenfalls aus einem Umbau - wurde der Motor wieder zusammengebaut. Ein Fahrversuch bestätigte die guten Fahreigenschaften im analogen Betrieb.

Delta Einbau

Nun wurde der Fahrtrichtungsumschalter entfernt, und die Anschlüsse abgelötet. Der Delta-Decoder übernimmt dessen Platz. Die Verdrahtung ist sehr einfach: Vom Schleifer führt eine Litze zum Decoder (rot), die Masse (braun) wird an der Lötfahne beim Motor angelötet, also dort, wo die Schraube das Motorschild hält. Die schwarze Litze kommt an den Motoranschluss, blau und grün an die Feldspule. Der Decoder selber wird in die schwarze Kunststoffhülle gegen Kurzschluss mit dem Gehäuse geschützt.

Erster Testlauf

Am Decoder werden die kleinen Schalter auf die Stellung on-off-off-off (1-2-3-4) gebracht, welches der Adresse 78 entspricht (siehe dazu auch Decoderadressen). Damit lässt sich die Lok mit dem Delta Control in Position "Dampflok" betreiben. Die Lok wird aufgegleist, der Testlauf kann beginnen. Die kleine Lok läuft dem Motor entsprechend sehr gut.

Lampenanschluss

Bei Delta Decoder wird die Lampe geschwindigkeitsabhängig angesteuert. Wie im Analogbetrieb leuchtet die Lampe mit zunehmender Geschwindigkeit heller. Im Stillstand bleibt die Lampe dunkel. Dies ist nicht so recht verständlich, und wird deshalb geändert. Die einfachste Lösung ist die Lampe direkt mit dem Schleiferanschluss zu verbinden. Dadurch leuchtet die Lampe dauernd mit voller Leuchtkraft, sowohl bei Vor- wie auch bei Rückwärtsfahrt. Da bei dieser Lok keine Rücklampen vorhanden sind wäre dies weiter nicht schlimm und wird von Kinder geschätzt.

Verbesserte Lampensteuerung beim Delta Decoder

Eine etwas aufwändigere, bessere Lösung möchte ich hier trotzdem vorstellen. Bei dieser Lösung können zusätzlich noch Rückfahrlampen eingebaut werden. Die Umschaltung erfolgt mit der Fahrtrichtung, die Lampen leuchten auch im Stillstand. Dazu muss aber der Decoder selber umgebaut werden. Nach dem Umbau kann das Licht wie bei vollwertigen Digitaldecodern gewohnt mit Function (F0) ein- und ausgeschaltet werden.

Einer der verschiedenen Versionen des Delta Decoders, diese hier entstammt einer Re 460, der Umbau kann dort natürlich ebenso angewendet werden. Bei den roten Punkten müssen die Leiterbahnen durchgetrennt werden. Dies geht ganz einfach mit einem 1mm Bohrer von Hand - es müssen nur die Kupferbahnen durchtrennt werden.

Für den Umbau sind lediglich zwei 10kOhm Widerstände erforderlich. Ich habe diese als SMD-Version auf den IC 701.17B mit Sekundenkleber aufgeklebt. Vier Leiterbahnen sind durchzutrennen und ein paar Verbindungen neu zu Verdrahten. Dazu habe ich lackierten Kupferdraht genommen.

Die beiden neuen Widerstände (blau markiert) sind auf dem IC geklebt. Die Verbindungen und die Lötpunkte sind rot markiert.
Und so sieht das Ganze "in Natura" aus. Der Quarz ist angeklebt und muss angehoben werden, um die Leiterbahnen durchtrennen zu können. Die Verdrahtung der beiden Widerstände erfolgte mit Lackdraht.

Nach diesem Umbau besitzt der Decoder zwei getrennte Ausgänge für die Lampen vorne und hinten. Diese Ausgänge können mit Function On/Off ein- und ausgeschaltet werden und sind Fahrtrichtungsabhängig. Die Anschlüsse sind - auf dem oberen Bild gesehen - die beiden Lötpunkte ganz rechts unten. Der unterste Anschluss ist für die Lampe hinten (gelb), der Anschluss gleich oberhalb für die Lampe vorne (grau).

Farbliche Erneuerung

Diese Lok wurde offenbar schon an verschiedenen Stellen nachlackiert. Dabei wurde eine Hochglanzfarbe verwendet. Damit sieht die Lok irgendwie falsch, oder einfach billig aus. Besser kommt die Lok und ihre Details mit einem Seidenmatt-Lack zur Geltung. Ich verwende hierzu die kleinen Dosen von Revell und Humbrol.

Nach der Renovation sieht die Lok wie neu aus. Aber so wird sie nicht mehr lange bleiben...

Die Farbe der nachlackierten Stellen wird zuerst mit Spiritus (Brennsprit) oder Verdünner vollständig entfernt. Eventuell muss der Untergrund noch mit sehr feinem Schleifpapier (600-800er) aufgeraut werden. Blanke Metallteile müssen vor dem Lackieren grundiert werden. Erst wenn die Grundierung vollständig trocken ist, wird die Farbe mit einem weichen Pinsel oder dem Airbrush aufgetragen. Die Räder habe ich mit seidenmatter, roter Farbe angemalt; Farbe auf der Lauffläche wird noch vor dem trocknen abgewischt.
Das Dach des Führerhauses habe ich ebenfalls geschliffen und mit dem Pinsel lackiert.

Ein paar Farben von Revell, welche sich besonders für Loks eignen:
Rot seidenmatt SM 330
Schwarz seidenmatt SM 302
Dazu noch für Rost: Matt 83 und Matt 37, sowie farblos matt 2.

Altern

Alte Loks sind hervorragende Übungsobjekte für Alterungsversuche. Bei dieser Lok habe ich mit Revell-Farben und - vor allem - mit Pulverfarben Rostspuren nachgebildet. Auch das Fahrwerk wurde, mit drehenden Rädern, leicht mit rostbrauner Farbe eingefärbt. Verschiedene Stellen wurden mit verdünnter, schwarz-brauner Glanzfarbe behandelt, um Ölspuren anzudeuten. Die Treibstangen wurden mit verdünnter, schwarz-brauner Farbe "brüniert". Echtes Brünieren wird mit aggressiver Säure durchgeführt, erhältlich unter anderem im Waffengeschäft. Die Handhabung ist aber nicht ganz problemlos, weshalb ich hier auf die einfachere Methode zurückgegriffen habe.
Der Tender wurde ebenfalles gealtert, auf die Plastikkohlen-Nachbildung wurden echt aussehende Kohlenstücke geklebt.

Zuerst habe ich mit den Revell-Farben gearbeitet...
... und anschliessend mit verschiedenen Pulverfarben - von dunkelbraun über rotbraun bis ocker - verschiedene Schmutz- und Rostspuren nachgebildet.

Ergebnis

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die Lok ist ein Unikat, der Eindruck von jahrelangem Betriebseinsatz verhilft dem Modell zu einem glaubwürdigerem Aussehen. Die Fahreigenschaften sind passabel, auch wenn keine Lastregelung vorhanden ist. Schön ist die Tatsache, dass nun das Licht mit Function fahrtrichtungsabhängig geschaltet werden kann. Der ganze Umbau hat nur einige Teile aus der Restekiste und etwas Zeit benötigt. Hat man keinen Decoder zur Hand, kann man sich diese günstig an einer Börse oder Online Auktionshaus besorgen.

Und dies ist das Ergebnis der ganzen "Arbeit" - oder besser Vergnügen. Denn es hat wirklich Freude gemacht, eine alte Lok, welche auf keiner Börse besondere Beachtung gefunden hätte, in etwas Spezielles zu verwandeln.
     

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Letzte Änderung:

17.04.2005
09.02.2016

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