09.02.2016



   

 Ae6/6 3050


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Umbau einer analogen Ae 6/6 auf Digital mit Hochleistungsantrieb

Diese Lok, Märklin Artikelnummer 3050,  besitzt noch einen LFCM-Motor, also ein Motor mit grossem Scheibenkollektor-Rotor. Für den Umbau eignet sich deshalb das Hochleistungsantriebsset 60904 von Märklin.

Als erstes wird der Fahrtrichtungsumschalter entfernt. Dazu müssen zuvor dessen Anschlüsse abgelötet werden. Dieser wird ja im Digitalbetrieb nicht mehr benötigt.

Anschliessend wird der Motor zerlegt; dies geschieht am besten, wenn das ganze Drehgestell aus dem Rahmen genommen wird. Die beiden Schrauben des Motorschildes entfernen, das Motorschild samt Rotor entfernen.

So präsentiert sich das Drehgestell mit dem "alten" Scheibenkollektor-Motor.

Dies ist der ideale Zeitpunkt, um das Getriebe einer Generalüberholung zu unterziehen. Wichtig hierbei ist, alles alte, klebrige Öl zu entfernen. In meinem Fall musste ich dazu auf Benzin zurückgreifen. Ich nahm dazu aus der Hausapotheke eine sterile Binde (kann auch ein fusselfreies Tuch sein, der Lok ist's egal) und tränkte diese leicht in Wundbenzin aus der gleichen Quelle. Besondere Beachtung sollte den Seiten der Zahnräder gegeben werden. Sind diese noch ölig, läuft die Lok nicht sauber.

Nach ölen des Getriebes - Achtung: nur die Zähne der Zahnräder leicht einölen, niemals die Seiten - kann der Motor mit den neuen Teilen wieder zusammengebaut werden. Diese Lok benötigt den Rotor mit dem aufgepressten Ritzel mit 8 Zähne.

Der Lok-Rahmen während des Umbaus: ein eher trauriger Anblick.
Spontaner Ausruf meiner Frau: Bist du sicher, dass du alle Teile wieder zusammensetzen kannst?
Und so sieht der Motor nach dem Umbau aus. Noch fehlen die beiden zusätzlichen Keramik-Kondensatoren. Diese am besten vor Einbau des Drehgestells gemäss Märklin Anleitung anlöten, d.h. von jedem Motoranschluss ein 1nF Kondensator gegen Masse löten. Dabei darauf achten, dass die Anschlüsse später das Gehäuse nicht berühren können.

Bevor das Drehgestell wieder im Rahmen eingebaut wird, werden beide Lampenhalterungen entfernt. Dazu müssen die Laschen mit einem kleinen Schraubenzieher und Flachzange senkrecht gebogen werden, die Lampenhalterung kann dann problemlos abgezogen werden. Der Grund für diese Massnahme: Mit den bestehenden Lampenfassungen liegt ein Anschluss der Lampen an Masse. Werden die Lampen in dieser Anordnung am Decoder angeschlossen, flackern diese im Betrieb, da sie nur mit einer Halbwelle betrieben werden. Sind die Lampen isoliert, wird als Rückleiter nicht der braune Masse-Anschluss, sondern der orange Rückleiter (für alle Funktionen) verwendet. Die Lampen flackern nicht!

In den Löchern der Bajonettfassungen werden nun an beiden Lokseiten die im Umbauset mitgelieferten, isolierten Stecksockel mit der Flachzange vorsichtig eingepresst.
Hinweis:
Diese Sockel sind von minderer Qualität, es sind schon Exemplare gesichtet worden, welche einen Kurzschluss verursacht haben. Dies kann meistens vermieden werden, wenn die beiden Kontakte für die Lampe senkrecht und nicht waagerecht sind. Unbedingt beide Anschlüsse vor Einbau des Decoders mit dem Ohmmeter gegen Masse ausmessen. Ein Kurzschluss kann den Decoder zerstören.

Die neuen Lampenfassungen (Stecksockel) werden einfach im Loch des Bajonettsockels mit einer Flachzange vorsichtig eingepresst. Leider sind die Anschlusslitzen viel zu kurz, die Sockel sind überhaupt von minderer Qualität. Lieber wären mir Sockel mit Lötanschluss statt Litzen.

Das Drehgestell kann nun eingebaut werden. Der Decoder wird mit Montageband (doppelseitiges Schaumstoff-Klebeband) direkt am zuvor entfetteten Rahmen geklebt. Die Verdrahtung ist gemäss Anleitung auszuführen, die offenen Verbindungen der Litzen (z.B. Decoder - Lampenfassung) werden mit kurzen Schrumpfschlauchstücke (kein Klebe- oder Isolierband verwenden) isoliert. Vorher unbedingt die Fahrtrichtung kontrollieren:
Vorwärtsfahrt = vordere Lampe leuchtet = Führerstand I vorne = Schleifer vorne.

bulletFalls die Fahrtrichtung nicht stimmt: grüner und blauer Motoranschluss tauschen.
bulletFalls die Lampe nicht mit der Fahrtrichtung übereinstimmen: gelber und grauer Anschluss tauschen.

Masseanschluss

Der braune Decoderanschluss ist der Masseanschluss. Dieser muss, um eine gute Verbindung zu gewährleisten, einerseits am Lokrahmen und andererseits am Motordrehgestell (Anschlussstück unter Schraube des Motorschildes) angeschlossen werden. Ich habe den Anschluss am Lokrahmen mit einer kleinen Lötöse, welche mit einer M2 x 5 Schraube an der Halterung des Fahrtrichtungsumschaltes angeschraubt wurde, hergestellt.

Hier ist der Masseanschluss zu sehen. Die Isolierung der braunen Litze vorsichtig entfernen und die Litze durch die Lötöse durchziehen und anlöten. Dies gewährleistet einen hervorragenden Masseanschluss.

Zum Schluss - nach der Probefahrt - werden die Litzen mit einem starken Faden (Sternfaden) zusammengebunden, wobei auf ausreichende Beweglichkeit des Drehgestells geachtet wird. Dies hat sich besser bewährt als Kabelbinder oder Klebeband. Auch nach Jahren ist der Faden noch wie neu.

Das Zusammenbinden der Litzen garantiert problemloses öffnen und schliessen der Lok, keine Litzen, welche eingeklemmt werden können.

Fahreigenschaften

Die Fahreigenschaften waren erst eher enttäuschend. Während die Lok vor dem Umbau selbst bei kleiner Spannung ruhig lief, knarrt sie jetzt in den unteren Fahrstufen. Der kleine 5-Stern Rotor bringt meines Erachtens keine Verbesserung der Laufeigenschaften gegenüber dem grossen 3-poligen Rotor. Im Gegenteil. Erste Untersuchungen legen den Schluss nah, dass die neuen Teile einen zu präzisen Motorrahmen benötigen, welcher diese alten Loks einfach nicht hatten. Die alten Teile hatten mehr Abstand und waren gegenüber Fertigungstoleranzen weniger empfindlich.

Mit dem kleinen 5-Stern Rotor kommt die Lok nicht ganz an die guten Fahreigenschaften des alten LFCM Motors an.
Hier im Bild der Grössenvergleich: Links der neue 5-Stern Rotor, rechts der ursprünglich eingebaute grosse dreipolige Rotor.

Nach einer gewissen Einfahrzeit habe ich mir das Problem nochmals angenommen:
Der Motor wurde nochmals zerlegt. Sämtliche beweglichen Teile wurden nochmals gründlich mit Wundbenzin gereinigt. Die Rotor-Achse wurde jetzt gefettet statt geölt. Zahnräder wurden vorsichtig geölt. Die Lage des neuen Stators wurde während dem Zusammenbau kontrolliert und gerichtet. Nun läuft die Lok ruhig -  wie beim Hochleistungsantrieb üblich. Trotzdem, der grosse Scheibenkollektormotor wird kaum überboten, speziell was die Zugkraft betrifft.

Lampen: Die mitgelieferten Stecklampen passen einfach nicht zu den ebenfalls mitgelieferten, billigen Stecksockeln: die Drähte sind zu dünn, die Lämpchen haben Wackelkontakt. Abhilfe: Anschlussdrähte der Lampen mit dem Lötkolben verzinnen. Die nun leicht dickeren Drähte klemmen besser, kein Wackelkontakt mehr.

     

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Letzte Änderung:

29.05.2003
09.02.2016

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