25.08.2019


   

 Märklin 3015


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Umbau Märklin Krokodil 3015

Bei diesem Umbau soll eine alte, man könnte auch sagen antike, Märklin 3015 Krokodil Lok digitalisiert werden.

Diese Lok, die Märklin 3015, soll umgebaut werden.

Die SBB Lokomotive Ce 6/8, im Volksmund und unter Modellbahnfreunden einfach «Krokodil» genannt, ist eine der bekanntesten Modelle aus Göppingen, und wurde quasi zum Wappentier von Märklin.

Das Modell wurde in dieser Form zwischen 1947 und 1975 in verschiedenen Versionen produziert, ursprünglich mit der Aufschrift CCS. Ab 1959 erhielten die Loks die Artikelnummer 3015 als Beschriftung, so wie auch diese Lok hier. Diese Artikelnummer ist bei Märklin Fans immer noch sehr bekannt und beliebt.
Bei Sammlern wird dieser Umbau wohl Magenschmerzen auslösen, schliesslich wird hier eine antike Original Märklin Lok verändert.

Ich sehe dies nicht so eng. Einerseits lassen sich alle hier gezeigten Modifikationen problemlos rückgängig machen, andererseits kann die Lok ja anschliessend auch auf digitalisierten Anlagen ihrem eigentlichen Zweck zugeführt werden: lange Güterzüge ziehen und dem Modellbahner viel Freude bereiten.

Die Lok besitzt einen grossen, längs eingebauten Allstrommotor; die beiden Drehgestelle werden über Schneckengetriebe angetrieben; ein Antriebskonzept, welches bei Märklin lange nicht mehr zum Einsatz kam und erst Jahrzehnte später wieder mit Modellen wie der Re 485 / BR 185 aufgegriffen wurde und nun vermehrt Anwendung findet.

Vorne und hinten sind je drei Glühlampen eingebaut, wobei die jeweils untere Lampe rechts einzeln verdrahtet ist, um den Lichtwechsel nach Schweizer Vorbild darzustellen zu können.

Einige Punkte sind bei diesem Umbau besonders zu beachten:

bulletDer Motor kann kaum auf DC mit Permanentmagnet umgebaut werden – eine Voraussetzung für die meisten modernen Decoder. Entsprechende Magnete dazu sind nicht verfügbar.
bulletDer Motor zieht einen sehr hohen Strom von mehr als 1 Ampere. Zuviel für die üblichen H0 Decoder.
bulletDer Schweizer Lichtwechsel muss beim Umbau anders als im Ursprungszustand realisiert werden, da der elektromechanische Umschalter entfällt.

Glücklicherweise hat die Firma Uhlenbrock mit der Artikelnummer 76200 einen passenden Decoder für diesen Umbau im Programm.
Dieser Decoder kann direkt an Märklin Allstrommotoren angeschlossen werden und liefert dem Motor bis zu 2 A Spitzenstrom. Die Dauerbelastung des Decoders beträgt 1.4 A, der Dauerstrom für den Motor 1.2 A. Dabei hat der Decoder noch einiges mehr zu bieten: er lässt sich mit Märklin Motorola- (MM2) und DCC-Format betreiben, hat eine Lastregelung, Kurzschluss- und Überlastschutz und ist mit einer Grösse 33,5 x 19 x 5,5 mm klein genug. Das Befestigungsloch im Decoder ist für Umbauten gedacht, bei welchen der Umschalter entfernt wird, und der Decoder an dessen Stelle eingebaut werden soll.
Alles in allem also ideal für diesen Umbau.

Umbau

Zu aller erst wird die Lok im Analogbetrieb getestet. Eine schon defekte Lok umzubauen würde keinen Sinn machen. Nach einer Gründlichen Wartung, wenn die Lok zufriedenstellend läuft, geht es an den Umbau.
 
Die geöffnete Lok. Deutlich zu erkennen der grosse, mittig eingebaute Allstrommotor

Zuerst wird der elektromechanische Umschalter entfernt, nachdem die entsprechenden Litzen abgelötet wurden. Die Litzen der Lichtanschlüsse werden ebenfalls abgelötet – diese werden durch neue ersetzt.
Die Befestigung des Decoders erfolgt hier mit einer Schraube durch das Loch des Decoders an den Lokrahmen mit dem vorhandenen Gewinde. Hier ist eine elektrisch leitende Distanzhülse von rund 4 mm Länge erforderlich, welches aus einem Stück Messingrohr hergestellt werden kann. Diese Befestigung dient gleichzeitig als Masseanschluss, die braune Litze am Decoder kann deshalb abgelötet werden.
Anschluss des Motors.
 
Der alte Fahrtrichtungsumschalter wird entfernt
Hier sieht man den eingebauten Decoder, montiert mit einer Schraube und einem Messing-Rohr als Distanzstück
Der Decoder von oben
Die Dioden für den Schweizer Lichtwechsel werden direkt an den Kontaktplatte für die Lampen gelötet

Für die Spulen des Feldmagneten des Allstrommotors besitzt der Uhlenbrock 76200 zwei weisse Litzen. Diese werden an den beiden Enden der beiden Spulenwicklungen angelötet, welche vorher am Fahrtrichtungsumschalter angeschlossen waren.

Die beiden anderen, mittleren Enden der Spulen, welche an einem der Bürstenanschlüsse gelötet waren, werden zusammen verbundenen und nicht weiter angeschlossen, das Ende bleibt also in der Luft und wird isoliert. Die blaue und grüne Litzen des Decoders werden am Motor bei den Brüsten angelötet.

Anschluss des Motors an den Decoder:
 
Anschluss des Motors mit den beiden weissen Litzen für die Feldspule und den blauen und grünen Litze an das Motorschild

Die rote Litze des Decoders wird an den Umschalter für Oberleitungsbetrieb/Schleiferbetrieb angelötet. Die Lok ist nun schon bereit für einen ersten Test.

Bei Uhlenbrock werden die Decoder mit der Adresse 01 ausgeliefert. Also Lok aufgleisen, Zentrale einschalten, Adresse 01 eingeben und Fahrtregler aufdrehen.
Die Lok sollte nun problemlos laufen. Die Fahrtrichtung wird jetzt kontrolliert und gegebenenfalls durch den Tausch der grünen und blauen Litze geändert.

Für den korrekten Lichtwechsel mit vorne drei Lampen und hinten einer Lampe unten rechts sind vier Dioden notwendig. Hierfür reichen die kleinen Signaldioden 1N4148 aus. Diese können direkt an den Kontaktplatten der Glühlampen angelötet.
Die Glühlampen bleiben unverändert, und sind deshalb einseitig mit Lokmasse verbunden.
Dies führt zwar zu einem leichten Flimmern, ist hier aber nicht so schlimm.

Fazit

Die Lok läuft überraschend gut, besser als vorher im Analogbetrieb, und das auch ohne die Standardwerte des Decoders zu ändern. Hier hat Uhlenbrock ganze Arbeit geleistet.
Ein empfehlenswerter Umbau, um seine alten Loks auch auf modernen, digitalen Anlagen fahren zu lassen.

 

     

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Letzte Änderung:

10.08.2019
25.08.2019

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